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Weihnachtsgottesdienst im Park 2019

(hier der ganze Gottesdienst als Video, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von „Doppelmeter“: https://youtu.be/6uOr92vOuJI)

(und hier eine Fotoserie, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Wolfgang Rüter: https://www.magentacloud.de/share/zdsw1riw50)

„Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“

Ansprache zum Weihnachts-Gottesdienst im Park am 26.12.2019 über Matthäus 10, Vers 16 (bis 22) von Pfr.i.R. Martin Poguntke

(hier als pdf zum Download)

Liebe Weihnachts-Gemeinde!

Für mich ist immer erst Weihnachten, wenn ich – wie eben – die Weihnachts-Geschichte aus Lukas 2 gehört habe. Manchmal kommt es mir so vor, als ob es mir dabei gar nicht mal auf den Inhalt der Geschichte ankomme, sondern einfach auf den Wortlaut, genau diesen Wortlaut. Wenn es losgeht in dieser altertümlichen Sprache: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging…“ – dann ist für mich Weihnachten. Das Korrekturprogramm meines PCs meldet mir, dass es besser wäre zu schreiben: „…dass ein Gebot des Kaisers Augustus ausging“ oder „von Kaiser Augustus“ – aber ich hänge an der alten Formulierung, nicht nur am Inhalt.

Aber dann, beim Hören der Geschichte, passiert es dann doch: Die einzelnen Personen, Szenen, Aktivitäten in der Geschichte beginnen für mich lebendig zu werden. An jeder Stelle der Geschichte könnte man einhaken und sich genauer ausmalen, wie das da wohl gewesen ist.

Wenn es zum Beispiel gegen Ende heißt: „Die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott.“ Da frage ich mich, ob sie wirklich zu ihren Herden umgekehrt sind oder nicht vielleicht zurück ins Dorf, aus dem sie gekommen waren? Sie mussten doch unter die Leute, um ihr Glück weiterzuerzählen. Aber dann denke ich wieder: Sie können doch ihre Schafe nicht alleingelassen haben – schlimm genug, dass sie einfach zum Stall in Bethlehem abgehauen sind. Nein, denke ich, sie werden sich ihrer Verantwortung bewusst geworden sein, die sie für die Schafe haben. Und sie werden auch – als Menschen, die Tag und Nacht mit ihren Schafen lebten – sich diesen Tieren nah gefühlt haben, sie als Mitgeschöpfe liebgehabt und wichtig genommen haben. Sie hätten es wohl nicht übers Herz gebracht, diese Tiere schutzlos den Wölfen zu überlassen, die da nachts auf Beutesuche waren. Schafe haben gegen Wölfe nichts auszurichten.

Der biblische Text, den wir für den diesjährigen Weihnachts-Gottesdienst ausgesucht haben, – Vers 16 aus Matthäus 10 – handelt genau davon: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ Jesus sagt das zu seinen Jüngern. Und er gibt ihnen in den folgenden Versen noch Mahnungen mit, wie sie sich auf diesem schwierigen Weg verhalten sollten: „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ „Hütet euch vor den Menschen, denn sie werden euch vor Gericht ziehen.“ „Ihr werdet gehasst werden.“ Ein Bruder wird den andern dem Tod preisgeben.“

Rauhe Worte. Jesus war nicht zimperlich, wenn es darum ging, die Grobheit der Welt zu benennen. In dieser Welt das Evangelium zu verkünden, das ist, wie als Schaf mitten unter Wölfe geschickt zu werden.

Von ähnlichen Erfahrungen können wir durchaus auch erzählen: von Gerichten, die S21-GegnerInnen wegen Lappalien zu Geldstrafen verurteilt haben, aber prügelnde Polizisten laufen ließen. Von Zivilpolizisten, die Demonstranten provozierten oder zur Gewalttätigkeit ermunterten. Von Politikern, Bahn-Vertretern oder Journalisten, die gnadenlos die Wahrheit verdrehten und gegen uns wandten. Ja, da konnte einem schon bisweilen dieses Bild von den Schafen unter den Wölfen in den Sinn kommen. Weiterlesen

Ansprache beim Parkgebet am 13. Juni 2019 zu Mt 7, 17-21 (in Ausschnitten) von Pfr. i. R. Friedrich Gehring

Jeder gute Baum bringt gute Früchte, der faule Baum aber bringt schlechte Früchte. … Also werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel kommen, sondern wer den Willen meines Vaters in den Himmeln tut.

Dieser Vergleich Jesu aus der Landwirtschaft ist unter uns sprichwörtlich geworden: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Das bedeutet übertragen auf das menschliche Zusammenleben, dass es weniger auf die großen Worte ankommt als vielmehr auf die Taten. Mit Worten mag sich ein Mensch noch verstellen können, mit seinen Taten verrät er seinen wahren Charakter. Ich habe diesen Text ausgewählt, weil unsere Bundeskanzlerin so großen Beifall erhalten hat, als sie in den USA bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde davon sprach, die Wahrheit dürfe nicht Lüge und die Lüge nicht Wahrheit genannt werden. Ich habe ihr deshalb geschrieben:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,
zu Ihrer mutigen Aussage aus Anlass der Verleihung der Ehrendoktorwürde in den USA, wir dürften die Lüge nicht Wahrheit und die Wahrheit nicht Lüge nennen, möchte ich Sie beglückwünschen. Diese Äußerung ist allgemein als Kritik an Präsident Trump verstanden worden. Mir fiel dabei das drastische Bildwort Jesu aus Mt 7,1-5 ein: Ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, dann magst du zusehen, den Splitter aus deines Bruders Auge zu ziehen. Es reicht nicht aus, die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden. Es kommt vielmehr darauf an, dass wir nach dieser Unterscheidung konsequent der Wahrheit dienen und nicht der Lüge. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auf das Projekt Stuttgart 21 ansprechen. Wenn wir bei diesem Projekt Lüge und Wahrheit sauber trennen, dann sind zumindest zwei Lügen beim Namen zu nennen: Die vielfachen Kostenlügen und die vielfach wiederholte Leistungslüge. Ich setzte voraus, dass Sie über beide hinreichend informiert sind.
Spätestens seit der Aussage von Thilo Sarrazin im Juni 2018 vor dem Verkehrsausschuss des Bundestags ist unbestreitbar, dass die Unrentabilität des Projekts bereits 2001 bekannt war. Deshalb ist Ihre Einschätzung vom September 2010 hinfällig, von der Durchführung dieses Projekts hinge die Zukunftsfähigkeit Deutschlands ab. Vielmehr ist eine zukunftsfähige Bahninfrastruktur im Großraum Stuttgart nur möglich durch die Ertüchtigung des Kopfbahnhofs, der zu den genialsten Bahnhöfen Deutschlands zählt. Er ermöglicht im Gegensatz zu der schrägen Untergrundhaltestelle Stuttgart 21 den integralen Taktfahrplan. Diesem gehört nach Auskunft aller Fachleute die Zukunft. Seit 2016 liegt der Plan „Umstieg 21“ vor, bei dem der Kopfbahnhof erneuert und die Baugrube von Stuttgart 21 produktiv genutzt wird als Busbahnhof und Parkplatz für Taxis und Fahrräder. Dadurch kann anders als bei S 21 mehr Autoverkehr auf die Schiene kommen zur Erreichung der Klimaziele.

Sie haben in den USA Hermann Hesse zitiert, der einst aus verkrusteten Strukturen ausgebrochen ist zu neuen Anfängen. Der Zauber, den er dabei erlebte, war ein solcher von Neuanfängen, durchaus auch in der Form von Umkehr, wie sie einst Jesus propagierte (Mk 1,15). Sie haben die Chance, noch vor dem absehbaren Endes Ihrer Amtszeit als Kanzlerin diesen Zauber der Umkehr erneut zu erleben, indem Sie beim Projekt Stuttgart 21 der Wahrheit folgen und nicht den Lügen.

Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen erfahren habe, fühlen sich die derzeitigen Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn AG von der Politik behindert, das Projekt abzubrechen, um dadurch dem Vorwurf der strafbaren Untreue zu entgehen. Die Herren Grube und Lutz haben offen gesagt, sie würden aus heutiger Sicht das Projekt nicht mehr beginnen. Es liegt also an Ihnen, kraft Ihrer Richtlinienkompetenz den strafbaren Weiterbau des Projekts zu beenden und damit die Bahnführung vor drohender Strafverfolgung zu bewahren. Und nicht nur dies. Ihr Einsatz für das Projekt zu Beginn des Jahres 2013, als der Weiterbau auf der Kippe stand, könnte auch für Sie selbst bedrohlich werden. Sie könnten im Ruhestand der Anstiftung zur Untreue angeklagt werden.
Aber auch wenn die Staatsanwaltschaft davor zurückschrecken sollte, gegen Sie zu ermitteln, droht ihr politischer Lebensabend vom Projekt Stuttgart 21 überschattet zu werden. So erging es Helmut Kohl, nachdem er durch das unehrenhafte angebliche Ehrenwort nicht der Wahrheit gedient hatte, sondern der Lüge, wie durch Wolfgang Schäuble zu erfahren war. Wollen Sie sich entsprechendes antun?
Das Problem des Katastrophenschutzes bei Stuttgart 21 soll im Rahmen des Verfahrens der Inbetriebnahme gelöst werden. Dies ist mir aus dem Verkehrsministerium unter Minister Dobrindt schriftlich mitgeteilt worden. So wurde auch beim Flughafen BER verfahren. Dort ist der Termin der Fertigstellung immer noch offen. Beim Tiefbau Stuttgart 21 sind Änderungen aber nicht so einfach wie beim oberirdischen Flughafen BER. Dies bedeutet, dass Stuttgart 21 dem Schicksal des schnellen Brüters in Kalkar entgegen gehen kann. Dieser kostete viele Milliarden DM, ging aber nie ans Netz. Der internationale Spott über Stuttgart 21 kann den über den Flughafen BER um ein vielfaches übersteigen und für den Rest Ihres Lebens mit Ihrem Namen verbunden sein. Erst recht wird man sich an Ihre Befürwortung von Stuttgart 21 erinnern, wenn Gipskeuperquellungen den Bahnverkehr im Raum Stuttgart lahm legen und zu einer wirtschaftlichen Katastrophe führen.

Sie haben in verschiedenen Entscheidungen, ganz besonders beim Atomausstieg, bewiesen, dass Sie von Vernunft und Verantwortung geleitet umkehren können. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Ihnen auch in Sachen Stuttgart 21 eine solche vernünftige und verantwortliche Umkehr gelingt und Sie im Ruhestand den Zauber des Neuanfangs im Stuttgarter Bahnverkehr erleben können.
Hochachtungsvoll
Friedrich Gehring, Pfr. i. R.
Ich bin mir natürlich nicht sicher, dass ich als einzelner daher gelaufener Ruhestandspfarrer bei der Kanzlerin etwas ausrichten kann. Deshalb habe ich auch noch einen entsprechenden Leserbrief an die Frankfurter Rundschau geschickt. Denn als Nachfolger Jesu kann ich die Hoffnung auf die menschliche Umkehrfähigkeit nicht aufgeben. Amen.

Leserbrief (Frankfurter Rundschau, 13.6.2019, S. 18)
Stuttgart 21 als Prüfstein für Merkel
Arno Widmanns Analyse von Angela Merkels Harvardrede trifft den Kern der Misere, dass sie zwar die nach dem Rezo-Video nötigen Fragen stellt, aber sich um Antworten drückt. Vor Trumpkritikern zu sagen, Lüge dürfe nicht Wahrheit und Wahrheit nicht Lüge genannt werden, bringt ihr wohlfeilen Beifall, noch bevor klar ist, ob sie der Lüge oder der Wahrheit dient. Als prägnantester Prüfstein dafür darf das Projekt Stuttgart 21 gelten. Von dessen Durchführung machte sie 2010 die Zukunftsfähigkeit Deutschlands abhängig. Inzwischen sind die Kostenlügen und die Leistungslügen hinreichend entlarvt. Thilo Sarrazin hat im Juni 2018 erklärt, dass das Projekt bereits 2001 als ein krasses Verlustgeschäft erkannt war. Nicht erst durch späteres Wissen, wie die Bahnchefs Grube und Lutz versicherten, sondern von Anfang an war der Bau wegen Unrentabilität nach Aktienrecht strafbare Untreue. Die Kanzlerin setzte dennoch nachweislich anfangs 2013 den strittigen Weiterbau durch. Sie wird wohl kaum im Ruhestand wegen Anstiftung zur Untreue angeklagt werden, aber das Projekt kann ihren politischen Lebensabend verdüstern wie Helmut Kohl den seinen durch sein unehrenhaftes angebliches Ehrenwort.
Angela Merkel hat noch kurze Zeit, von Vernunft geleitet umzukehren wie etwa beim Atomausstieg. Seit 2016 liegt das Konzept „Umstieg 21“ vor, das die Baugruben des Untreueprojekts S 21 nutzt für Bus-,Taxi- und Fahrradverkehr, den genialen Kopfbahnhof verbessert und gegenüber S 21 Milliarden einspart. So kann Autoverkehr zur Klimarettung vermehrt auf die Schiene kommen samt integriertem Taktfahrplan, den alle Fachleute empfehlen, der aber mit dem Engpass der schrägen Untergrundhaltestelle S 21 nicht geht. Die noch ungelösten Probleme des Katastrophenschutzes werden wie beim Flughafen BER eine Inbetriebnahme gewaltig verzögern oder dazu führen, dass S 21 endet wie der schnelle Brüter in Kalkar, der zwar fertig gebaut wurde, aber nie ans Netz ging. Aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, dass die Bahnführung sich von der Politik an vernünftigen Lösungen gehindert sieht. Es liegt also an der Kanzlerin. Im Wahlkampf 2014 sagte sie: „Sie kennen mich, uns allen geht es gut“. Aber an ihren Früchten werden wir sie nun erst richtig kennen lernen.
Friedrich Gehring, Backnang

Parkgebet 16. Mai 2019 Apg. 16, 23ff Paulus und Silas im Gefängnis Pfarrer i.R. Hans-Eberhard Dietrich

Liebe Parkgemeinde,

1. Sonntag Kantate und seine Bedeutung im Rhythmus des Kirchenjahres
„Da wo man singt, da lass dich ruhig nieder, denn böse Menschen haben keine Lieder“. Das stimmt zwar nicht ganz, warum sollen böse Menschen nicht auch auf ihre Art ihre Lieder singen. Der Satz stimmt aber, wenn wir ihn in dem Zusammenhang lesen, wie ihn der Dichter ursprünglich gemeint hat:
„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder,
Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;
Wo man singt, da wird kein Mensch beraubt;
Bösewichter haben keine Lieder.“ (Seume)

Damit haben wir das Thema heute angesprochen: Singen, so wie auch der nächste Sonntag heißt: Kantate, singt dem Herrn ein neues Lied.

Im Rhythmus des Kirchenjahres befinden wir uns in der Mitte zwischen Ostern und Pfingsten, zwischen der Auferstehung Jesu und der Ausgießung des Heiligen Geistes über seine Jüngerinnen und Jünger. Diese sechs Sonntage haben (wie auch die Sonntage vor Ostern) alle ihren Namen, natürlich auf lateinisch: Quasimodogeniti, Miserikordias Domini, Jubilate, Kantate, Rogate und Exaudi. Mit dem Namen ist jeweils ein eigenes Thema verbunden: Da werden immer neue Facetten beleuchtet von dem, was es heißt, wenn wir bekennen: Christus ist auferstanden.
Da geht es um die Taufe, ums Beten, Jesus als der gute Hirte usw. Und letztlich auch ums Singen. Kantate. Singt dem Herrn ein neues Lied.

2. Die Bedeutung des Singens, auch in unserer Bewegung
Nicht nur im Glauben spielt der Gesang eine wichtige Rolle. Wir alle erinnern uns sehr gut an die Anfänge unserer Protestbewegung, da wurde noch sehr viel gesungen, kreativ wurden Lieder gedichtet, bekannte Melodien umgeschrieben usw. usw. Das Singen und die Lieder als Ausdruck der Begeisterung und des Protests. „Mit Liedern gegen Stuttgart21“, so hatten die Kopf-Bahnhof-Singers 2015 ihr Liederbuch genannt. Und sie singen noch heute nach der Montags-Demo im Bahnhof.

Und wie steht es heute neun Jahre später? Irgendwie ist das fröhliche, unbeschwerte Singen bei den Demos verstummt. Ist uns das Singen vergangen, weil unser Protest schon so lange dauert? Wir wollen es nicht beklagen. Alles Ding hat seine Zeit. Vielleicht war dieses Singen ein starker Motor, der zu Beginn unseren Protest erst richtig in Schwung gebracht hat.

3. Das Singen setzte sich fort in Aufklärung über die eigentlichen Hintergründe des Projekts
Auf die Begeisterung des Anfangs folgte notwendig die kontinuierliche Aufklärung, Erforschung und Darstellung aller Facetten und Einzelheiten dieses Projektes, die gesellschaftliche Analyse der Hintergründe, das Aufzeigen der Auswirkungen auf Verkehr und Klima usw. usw. Ich meine, darin liegt die eigentliche Leistung und wenn man will der Erfolg unseres Protestes.
Da wird in der Politik in Stadt und Land ein Projekt als alternativlos, als fortschrittlich, als zukunftsweisend, als innovativ bezeichnet und wie die ganzen Schlagwörter hießen. Und da gibt es uns, die wir sagen: Nein, es gibt Alternativen. Eure ganzen Schlagworte sind verlogen.
Und kontinuierlich weisen wir seitdem auf den Rechtsbruch, auf die Geld- und Ressourcenverschwendung hin, auf die Umweltschäden und die Beschädigung der Rechtskultur. Mit unserem Protest machen wir deutlich: Wir machen nicht länger mit bei einem unnützen und menschenverachtenden Großprojekt.

4. Eine wichtige Erkenntnis: Großprojekte als Ausgeburt des Neokapitalismus
Eine ganz wichtige Erkenntnis, die ich im Laufe der Jahre gewonnen habe, und vielleicht ist es auch vielen von Euch so ergangen, ist die: Die Triebfeder solcher Großprojekte ist der Neokapitalismus. Und der hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte als der unumschränkte Souverän und Herrscher klammheimlich in unserer Gesellschaft breit gemacht. Diese Ideologie hat sich bis in die Alltagssprache und das Denken hinein verfestigt, so dass es die meisten Menschen gar nicht mehr merken.
Ich will ein paar solcher Schlagworte nennen: Wachstum, Qualitätssicherung, Fortschritt, Innovation. Es ist nicht schlimm, falsch oder gar verwerflich, solche Wörter zu gebrauchen. Schlimm ist es, dass man sie nicht mehr hinterfragt, z.B. Fortschritt, ja wohin? Wachstum, ja wohin, wozu? In der Medizin nennt man grenzenloses Wachstum Krebs.

Unser Protest macht deutlich: Wir spielen nicht mehr mit beim neoliberalen Kapitalismus, der bedenkenlos die Erde ausplündert und die Klimakatastrophe schulterzuckend hinnimmt mit den Argumenten: Wir machen doch schon so viel, wir können nur zusammen mit Europa handeln, und wie die Ausreden alles heißen.

5. Gotteslob im Gesang an einem ungewohnten Ort: Paulus und Silas im Gefängnis
Aber zurück zum Singen im Glauben. Wir hier im Parkgebet singen noch, das Parkblech spielt noch. Es gibt ein Gotteslob auch jenseits von Hochstimmung und Aussicht auf Erfolg.
Ein schönes Beispiel wird uns aus der Frühzeit der Kirche in der Apostelgeschichte Kap. 16 erzählt. Es ist der Predigttext des nächsten Sonntag Kantate. Der Text ist zum Vorlesen zu lange, so dass ich nur das Wichtigste erzählen will.

Paulus und Silas auf Missionsreise in Philippi, in Griechenland, eine Bezirkshauptstadt des römischen Reiches. Eine kleine Gemeinde hatte sich schon gebildet. Sie haben noch keine Kirche, noch nicht einmal einen eigenen Raum, wo sie sich versammeln könnten. Nein, draußen vor der Stadt, am Fluss, kommen sie zusammen. Gottesdienst im Grünen sozusagen, auch dem Wechsel des Wetters ausgesetzt. Von der sehr langen und wunderbaren Erzählung soll uns nur das eine beschäftigen.

Da hatten die beiden Zeugen durch ihre Predigt des menschenfreundlichen Christus einigen Sklavenhändlern das Geschäft verdorben. Sie hetzen den Mob auf die beiden Apostel, die Obrigkeit leiht ihnen willfährig ihre Macht, sie werden ausgepeitscht, gegen jedes Recht und Gesetz, und ins Gefängnis geworfen.
Es ist wie so oft in unserer Welt: Wo Geld und Macht die beherrschende Rolle spielen, da bleibt das Recht auf der Strecke. Dort sitzen sie, die Hände und Beine zwischen zwei Balken gepresst, bewegungslos und mit blutenden Rücken.
Was tun sie: Sie fluchen nicht, sie wünschen ihren Peinigern und den Rechtsbrechern auch nicht alles Böse an den Hals, sie klagen auch nicht Gott ihren Schmerz. Sie haben es sicherlich erraten, was sie tun:
Mitten in der Nacht fangen sie an zu singen, sie stimmen Gott ein Loblied an.
Sie singen aus der Tiefe ihrer Not heraus, gleichsam als die letzte Möglichkeit ihrer Verkündigung des Evangeliums vom Kreuz. Das neue Lied von Ostern. In menschlich auswegloser Lage erklingt das neue Lied. Es besingt hoffnungsstark die Erfüllung von Gottes Verheißung.

Man fragt sich: Wie kommen die Apostel, wie kommen überhaupt Menschen dazu, Gott zu loben? Mir ist dazu ein Text von Hanns Dieter Hüsch eingefallen. Viele von Euch kennen ihn vielleicht:

Was macht, dass ich so fröhlich bin?
Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.

Was macht, dass ich so fröhlich bin
in meinem kleinen Reich?
Ich sing und tanze her und hin
vom Kindbett bis zur Leich.

Was macht, dass ich so furchtlos bin
an vielen dunklen Tagen?
Es kommt ein Geist in meinen Sinn,
will mich durchs Leben tragen.

Was macht, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsinn hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
wohl über alle Welt.

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.
Hanns Dieter Hüsch

6. Ein bewundernswerte Gelassenheit des Glaubens, einfach zum Nachahmen
Ich finde eine solche Gelassenheit, eine solche Zuversicht und Leichtigkeit des Lebens, wie es Hüsch hier singt, bewundernswert, einfach zum Nachahmen und Einstimmen.
Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,

Ich könnte mir denken, dass die beiden Apostel Silas und Paulus im Gefängnis auch von dieser Zuversicht des Glaubens durchdrungen waren, dass sie einfach anfingen, mitten der Nacht ein Lied anstimmten,
Was macht, dass ich so furchtlos bin
an vielen dunklen Tagen?
Es kommt ein Geist in meinen Sinn,
will mich durchs Leben tragen.

7. Der Ausgang der Geschichte
Nun, liebe Parkgemeinde, Ihr wisst vielleicht, wie die Geschichte damals in Philippi ausgegangen ist. Die Geschichte hat ein Happyend. Die Apostel werden durch ein Erdbeben befreit, ja der Gefängniswärter ist so von dem Gesang und dem Erdbeben beeindruckt, dass er zum Glauben kommt, ein neuer Mensch wird. Ich kann mir bei ihm nicht vorstellen, dass er weiterhin ein willfähriger Handlanger der Herrschenden bleibt. Leider wird uns nichts von seinem Schicksal berichtet. Nur so viel, dass er und seine ganze Familie sich taufen lassen. Ein echter Glaube setzt aus sich gute Werke heraus, wie Luther nicht müde wird zu betonen. Und ich könnte mir gut denken, dass jetzt auch der Gefängniswärter samt seiner Familie, alle einstimmen in das neue Lied des Glaubens.

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.

Amen

Predigt zum Weihnachtsgottesdienst am 26.Dez. 2018 im Schloßgarten bei der Lusthausruine von Hans-Eberhard Dietrich, Pfr. i. R., Kornwestheim

Weihnachten feiern heißt: Auf der Seite der Schöpfung stehen.
Lukas 2,7:
„ Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe,
denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. “

Liebe Gemeinde
1. Das uns vertraute Krippenbild mit Ochs und Esel
Wenn wir diese Worte hören, so fallen uns unwillkürlich Ochs und Esel, Schaf und Ziege ein,
die damals in Palästina in einem Stall untergebracht waren. Eine frühe christliche
Überlieferung, die nicht im NT steht, scheut sich nicht, die Tiere zu benennen:
„Maria ging in den Stall und legte ihren Knaben in eine Krippe und Ochs und Esel beteten ihn an.“
Das ist das Bild der Maler, das uns allen sehr vertraut ist.
Liebe Gemeinde, ich muss Ihnen gestehen, ich liebe dieses Bild. Weihnachten kann ich mir gar nicht anders vorstellen. Diese Tiere standen ja nicht nur da, sie haben warm gegeben, denn in Palästina sinken nachts die Temperaturen bis zu Null Grad. Und diese Wärme tat dem Jesuskind und seinen Eltern richtig gut.

2. Die Tiere an der Seite der Menschen erinnern uns ans Paradies
Das Bild von den Tieren an der Seite des Jesuskindes ist mir noch wertvoller geworden als ich
daran etwas entdeckte, was ich früher so nie gesehen habe. Ochs und Esel sind nicht einfach
romantisches, schmückendes Beiwerk. Sie erinnern uns ans Paradies. Auch dort: Die Tiere an
der Seite der Menschen, nicht gleichgültig, nicht neutral, nein ihnen zugewandt, mit
Empathie, Mitgefühl und Barmherzigkeit.
Dieses Detail in der Weihnachtsgeschichte vergessen wir gern. Ein eindrucksvolles Bild, wie
sich bei der Geburt des Jesuskindes der Himmel öffnet und wie es gerade die Tiere sind, die
durch ihre Gegenwart den Himmel auf die Erde bringen.

Das Weihnachtslied hat recht, wenn es singt:
Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis,
der Cherub steht nicht mehr dafür,
Gott sei Lob Ehr und Preis. (EG 27,5)

Die Tiere an der Seite der Menschen, freilich nur für einen Augenblick. Aber in diesem Augenblick bringen sie ein Stück Himmel in unsere irdische Wirklichkeit. Sie zeigen uns wie es in Gottes Schöpfung eigentlich zugehen sollte, Menschen und Tieren einander zugewandt in Empathie, Mitgefühl und Barmherzigkeit.

3. Jesus an der Seite der Tiere, der Schöpfung ganzheitlich zugewandt
Wir Menschen wurden aus dem Paradies vertrieben. Und die Tiere? Von ihnen steht in der Sündenfallgeschichte nichts davon, dass sie vertrieben wurden. Aber auch sie befinden sich heute wie wir Menschen jenseits von Eden.
Umso dringlicher fragen sie uns: Wie geht ihr Menschen mit uns um? Wir haben euch das Paradies gezeigt. Und Ihr? Wir müssen gestehen, wir haben es den Tieren schlecht gedankt.
Mit dem Verlassen des Paradieses haben die Menschen die ganze Natur, den Ackerboden, die Pflanzen, die Tiere als ihren Besitz angesehen, den man ausbeuten und über den man rücksichtslos verfügen kann.
Jetzt sehen viele Menschen Gottes gute Schöpfung nur noch als etwas Fremdes, Feindliches an und behandeln sie auch so.

So darf es nicht bleiben, dass die Tiere unter den Menschen leiden.
Das ist eine wesentliche Botschaft von Weihnachten: Die Tiere an der Seite der Menschen. Wenn die Tiere im Stall von Bethlehem uns Menschen ans Paradies erinnert haben, dann versteht es sich von selbst: Wer die frohe Botschaft hört und sich ihr öffnet und gewillt ist, ihr zu folgen, der steht auf der Seite der Schöpfung, er hütet sie und bewahrt sie.

4. Wie es aussieht, wenn der Mensch die Natur als Feind ansieht
Liebe Gemeinde, nicht alle Menschen lassen sich von dieser frohen Botschaft leiten. Man kann sich ja dieser Welt, der Natur, den Tieren und auch den Mitmenschen auf ganz andere Weise nähern und mit ihnen umgehen.

Dazu brauchen wir nur dort hin auf die Baustelle schauen, da wo einst uralte Bäume, Sträucher, Hasen, Schmetterlinge, Juchtenkäfer mit einem Wort eine blühende Vegetation sich ausbreitete, zur Freude der Tiere und von uns Menschen.

Die Betreiber von S21 in den Konzernen und in der Politik, ihre Helfershelfer und Trittbrettfahrer, meinen ja, der Stadt und dem Land und den Menschen etwas Gutes zu tun, sie sagen, sie bringen den Fortschritt.

Wir aber schauen genauer hin und stellen entsetzt fest:
Sie alle folgen letztlich nur einer Ideologie, einem Wirtschaftssystems und Gesetzen einer Finanzwelt, die sich losgelöst hat von jeder Moral und jeder Verantwortung der Mitwelt gegenüber, allein auf Profit und Geldvermehrung angelegt. Eine Ideologie, die verspricht, den Menschen höchsten Wohlstand zu bringen und die Probleme von Unterentwicklung, von Armut, Hunger und Umweltzerstörung zu lösen.

In Wirklichkeit schafft diese Wirtschaftsweise zwar einen ständigen Zuwachs an Reichtümern und Geldvermögen, doch zugleich verursacht sie eine wachsende Kluft
zwischen arm und reich, sie beschleunigt die Zerstörung des Ökosystems Erde. Sie zettelt Kriege an und erzeugt Terror und eine fortschreitende Enthumanisierung unserer Zivilisation.

Wenn wir gegen S21 protestieren, dann ist uns bewusst, dieses Bauprojekt ist nur ein Ausschnitt, die Spitze des Eisberges einer weltumfassenden Vernichtung und Zerstörung der Welt. Wir nehmen Stellung gegen eine Ideologie, die sich nicht nur hier in Stuttgart manifestiert, sondern weltweit und immer wieder in neuen Gesichtern zeigt, oder sollen wir sagen: in immer neuen Fratzen zeigt?
Hinter dieser Ideologie steht eine Geisteshaltung: Immer mehr, besser, größer, großartiger.
Ich bin kein Feind oder Verächter der Technik, ich bin kein Fortschrittsverweigerer. Muss es diese Maßlosigkeit sein? Da wird nicht nach besseren Alternativen gefragt, ob es auch anders geht, weniger Naturzerstörung, weniger Energieverbrauch, weniger Treibhausgase. Wir haben diese Alternative Umstieg21 entwickelt und veröffentlicht.

5. Wo stehen wir?
Wo stehen wir? Auf alle Fälle nicht dort, wo Menschen agieren ohne Moral, ohne Verantwortung. Wir stehen nicht bei denen, die alle Gefahren verleugnen, die demokratische Spielregeln missachten, keine Achtung haben gegenüber allem, was schwach ist, die die ganze Welt nur sehen als einzigartige Spielbank, in der man nach Belieben zockt.

Diese Leute sind, wenn man ihnen persönlich begegnet, oft ganz sympathische Zeitgenossen, Durchschnittsbürger. Aber wenn sie im Kontext ihrer Clique agieren, dann zeigt sich sehr schnell ihr wahres Gesicht.

Was können wir tun? Wir wollen nicht im breiten Strom der Ahnungslosen und Gleichgültigen mit schwimmen, sondern einen neuen verantwortungsvollen Lebensstil pflegen.

So ist das Bild von Ochs und Esel an der Krippe des Jesuskindes überhaupt keine romantische Angelegenheit, sondern Erinnerung ans Paradies. Und diese Erinnerung setzt aus sich heraus Kritik an den lebensbedrohenden Mächten, sie gibt uns Mut und Kraft, uns auf die Seite der Schöpfung zu stellen, mit ihr umgehen und ihr zu begegnen mit Liebe, Mitgefühl und Barmherzigkeit, so wie die Tiere im Stall von Bethlehem dem Jesuskind begegnet sind.
Amen

Weihnachtspredigt zu Joh 3,17+19-21 von Pfr. i. R. Friedrich Gehring am 26.12.2017 im Stuttgarter Schlossgarten

Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. … Darin aber besteht Gerechtigkeit, dass das Licht in die Welt gekommen ist. … Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind.

In unseren Advents- und Weihnachtsliedern besingen wir wie eben in dem Lied „Tochter Zion“ das Kind in der Krippe als den sehnlich erwarteten Friedefürsten. Er wird regieren in Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Er wird die bösen Werke, die das Licht des Tages scheuen, mit seinem Licht beleuchten und sichtbar machen, um sie zu verhindern. Wie geschieht dies konkret?

Als das Krippenkind erwachsen geworden ist und durch Jericho zieht, beleuchtet Jesus die Werke des Zachäus. Er wird sich seiner Ausbeuterei und Betrügerei bewusst. Das Licht hilft dem Zachäus, sich von seinen bösen Werken loszusagen und ein Leben in Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu wagen. So wird er aus seiner Gier und aus seiner Isolierung in der Bevölkerung gerettet (Lk 19,1-10). Als Jesus danach in Jerusalem einzieht und in die finsteren Geschäfte mit den Schuldgefühlen der Menschen im Tempel leuchtet, gelingt zwar die Rettung der Profiteure nicht, aber die auf den barmherzigen Gott vertrauen, müssen sich nun von den Profiteuren nicht mehr ausbeuten lassen. Sie wissen, dass der barmherzige Gott keine Opfer braucht (Lk 15,11-24). Das Licht Jesu rettet sie vor der Räuberhöhle, zu der der Tempel geworden ist (Mk 11,15-17).

In welche Räuberhöhlen würde Jesus heute bei uns leuchten? Der ausbeuterischen Weltmacht Rom zur Zeit Jesu entspricht heute die Weltmacht USA. Sie sichert ihre wirtschaftlichen Interessen mit hunderten von Militärstützpunkten überall auf der Welt, auch hier in Stuttgart. In Möhringen befindet sich die US-Drohnenleitstelle Afrikom, von der aus in Afrika die völkerrechtswidrigen Dohnenlynchmorde organisiert werden. Ihnen fallen immer wieder als sog. Kollateralschäden Zivilisten, auch Kinder, zum Opfer. In Vaihingen befindet sich das US-Atomkriegskommando. Von hier aus bedroht die USA alle Nationen, sofern sie gegen den Machtanspruch von „Gods own Country“ aufbegehren. Stuttgart wird also eine aktive Rolle spielen, wenn die zwei Machos Trump und Kim Jong Un die Welt in atomare Asche legen werden. Licht in diese finsteren Machenschaften zu bringen heißt, unablässig auf diesen Wahnsinn militärischer Logik hinzuweisen und ihn öffentlich zu brandmarken.

Wir stehen hier ganz nahe an einem Ort, der mit die schlimmste Konzentration von Autoabgasen in Deutschland bietet. Mit verantwortlich sind die Manager der großen Autokonzerne, die in ihrer Gier an der Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen sparen und mit betrügerischen Motormanipulationen viele Todesopfer in Kauf nehmen. Sie haben rechtzeitig gezielte Lobbyarbeit betrieben und können jetzt behaupten, dass ihre Manipulationen legal sind, weil sie die Gesetze entsprechend formulieren durften. Die einzelnen betrogenen Autokäufer können nur sehr schwer gegen die Betrügereien klagen, weil in Deutschland Sammelklagen gesetzlich nicht vorgesehen sind. Weihnachtliches Licht in die finsteren Machenschaften der Autokonzerne zu bringen heißt, politischen Druck aufzubauen, der die Konzerne zwingt, Dieselmotoren wirksam nachzurüsten, auch wenn das die saftigen Gewinne etwas schmälert.

Wir stehen hier außerdem in unmittelbarer Nähe eines gut funktionierenden Bahnhofs, der auf dem Altar gieriger Tunnelbauer sinnlos geopfert werden soll. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG will diesen verschwenderischen Rückbau des Bahnverkehrs „finster entschlossen“ zu Ende führen. Seine Wortwahl nach seiner Einsetzung in den Chefposten der Bahn ist verräterisch. Um dieses fatale Projekt zu Ende zu bauen braucht es viel Finsternis. Es muss im Dunkel bleiben, was es schließlich kosten wird. Es muss verschleiert werden, dass es einen Engpass darstellt, der den öffentlichen Bahnverkehr massiv behindern wird, von dem wir zur Luftreinhaltung viel mehr bräuchten. Es muss vertuscht werden, dass die Tunnel im Gipskeuper ein unbeherrschbares Risiko darstellen und Brände unter der Erde ungleich gefährlicher sein werden als unter freiem Himmel.
All dieses und noch viel mehr braucht Finsternis. Als Architekt Ingenhoven die Finanzierungslügen beleuchtete, warfen ihm die Bahnchefs Inkompetenz vor. Tatsächlich fehlt im die Kompetenz zur Verschleierung, die bei der Bahn reichlich vorhanden ist, aber am Ende nicht ausreichen wird.
Das rettende Weihnachtslicht wird auch in die Räuberhöhle Stuttgart 21 hinein leuchten und das schändliche Raffen anprangern, um es schließlich zu beenden. Unsere Geduld und Ausdauer wird dabei auf eine harte Probe gestellt. Fünf Jahre hat es gedauert, bis der schändliche Polizeieinsatz am „Schwarzen Donnerstag“ gerichtlich als gesetzwidrig ans Licht der Wahrheit gezerrt war. Aber unsere Beharrlichkeit hat gesiegt, auch wenn der Skandal noch nicht gänzlich aufgearbeitet ist und z. B. Staatsanwalt in Ruhe Häussler noch zur Verantwortung zu ziehen ist.

Auch die Ermittlungen wegen Veruntreuung kamen zunächst gar nicht in Gang, weil die Berliner Staatsanwaltschaft an die Grenze der Strafvereitelung im Amt ging. Sie behauptete, die Bahn-Aufsichtsräte hätten zwar objektiv veruntreut, dies aber subjektiv nicht erkennen können. Das beharrliche Insistieren auf Fakten hat aber nun doch zu Ermittlungen gegen die Hauptbeschuldigten geführt, auch wenn Kanzlerin Merkel mit ihrer Anstiftung zur Untreue noch nicht ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten ist. Aber auch sie wird nun von dem rettenden Licht erfasst: Das Bundesverfassungsgericht hat das parlamentarische Auskunftsrecht gestärkt. Merkel kann jetzt nicht mehr behaupten, das Betriebsgeheimnis der DB AG wahren zu müssen, wenn sie deren finstere Werke verschleiern will.

Auch wenn die Fortschritte zäh errungen werden müssen, wir werden weiterhin der rettenden Kraft des Lichtes Jesu vertrauen und in seiner Nachfolge Licht ins Dunkel finsterer Machenschaften tragen. Amen.

Ansprache zum Parkgebet am 11.5.2017 zu Hes 34, 2-10 von Pfr. i.R. Friedrich Gehring

So spricht der Herr: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden. Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? … Siehe, ich will an die Hirten und will meine Herde von ihren Händen fordern. Ich will ein Ende machen, dass sie Hirten sind, und sie sollen nicht mehr sich selbst weiden. Ich will meine Schafe erretten aus ihrem Rachen. (Hes 34,2-10 in Auswahl)

Diese Sätze des Propheten Hesekiel vor etwa 2500 Jahren wirken wie eine hochaktuelle Analyse der Verhältnisse unserer Tage. Es ist nur wenige Monate her, dass sich die baden-württembergischen Landtagsabgeordndeten besonders schöne Ruhegehälter beschlossen und sich damit selbst geweidet haben. Aber nur 14 Tage später ist, theologisch gesprochen, der Herr so an die Hirten gegangen, dass sie sich nicht mehr selbst weiden konnten, und das Selbtbedienungsgesetz wieder aufheben mussten. Wie hat der barmherzige Gott, der gute Hirte seiner Herde, dieses Wunder geschafft? Er hat unter seiner Herde eine solche öffentliche Empörung aufkommen lassen, dass die sich selbst weidenden Hirten sich auf ihre ursprüngliche Aufgabe zurück besinnen mussten, die Herde zu weiden.

Leider werden die selbstbezogenen Hirten unserer Tage nicht immer so schnell ausgebremst. Wir als Befürwortende des Umstiegs 21 denken hier insbesondere an Roland Pofalla, den ehemaligen Staatssekretär im Kanzleramt. Er hat als willfähriger Erfüllungsgehilfe der Bahnprivatisierung und der Profiteure von Stuttgart 21 der Kanzlerin geholfen, ihr völlig unrentables und vollkommen unsinniges Lieblingsprojekt vor dem Abbruch zu bewahren, indem er 2013 die Bahn-Aufsichtsräte beschwatzte, das Projekt gegen das Aktienrecht und auf die Gefahr der eigenen Schadenshaftung durchzuwinken. Solche Macht haben die selbstbezogenen Hirten aus der Bahnbaubranche, dass sie mit ihrem Lobbyismus die politische Führung auf ihren Kurs bringen und gegen Recht und Gesetz in ihre Tasche wirtschaften können. Das besonders schlimme daran ist, dass die politischen Hirten in vorlaufendem Gehorsam den Interessen dieser Bauhirten dienen, weil sie nach ihrer politischen Karriere von den Konzernhirten hochdotierte Posten erwarten können für ihren vorlaufenden Gehorsam. Das Vorgehen von Roland Pofalla ist ein Musterbeispiel dafür, auch wenn er kürzlich noch nicht gleich Bahnchef werden konnte.

Der barmherzige Gott sieht nicht nur die falschen Hirten in Politik und Wirtschaft, sondern auch die in der Justiz. Die verantwortlichen Staatsanwälte in Berlin, die der Veruntreuung der Bahnaufsichtsräte beim Projekt Stuttgart 21 entgegentreten müssten, weiden bisher nicht die Herde, sondern die Bahnbaukonzerne. Sie sagten zunächst: Die Aufsichtsräte sind zu dumm, um die Untreue zu bemerken. Warum sagen sie so etwas? Sie sind in ihren Herzen gefangen vom Götzen Mammon, der ihnen einflüstert: Wenn die Konzerne, die 30 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung erbringen, gute Geschäfte machen, dann sind auch eure Ruhegehälter als Staatsanwälte sicher. Das stimmt natürlich nicht. Ihre Gehälter wären auch dann sicher, wenn die Milliarden nicht bei Stuttgart 21 veruntreut, sondern vernünftig eingesetzt würden, z. B. für den Umstieg 21. Möglicherweise flüstert ihnen der Mammon auch ein: Wenn ihr euch unterwürfig der herrschenden Politik anpasst, dann steigen eure Aufstiegschancen. Das stimmt natürlich auch nicht, denn wenn sich alle unterwürfig anpassen, gibt es trotzdem nicht mehr höhere Posten. Die entscheidende Frage ist: Wie können die juristischen Hirten von den verlogenen Einflüsterungen des Götzen Mammon befreit werden?

Das ist natürlich nicht so einfach wie bei den Landtagsabgeordneten, die alle vier Jahre wenigstens die wählende Herde fürchten und entsprechende Rücksichten nehmen müssen. Aber auch gegenüber den juristischen Hirten geht es darum, dass die Herde sich nicht vom Götzen Mammon fangen lässt, sondern sein zerstörerisches Treiben skandalisiert und die Mehrheit der Herde überzeugt. So ist es bisher gelungen, beinahe eine Zweidrittelmehrheit zu gewinnen für die Prüfung des Konzepts Umstieg 21. Wir müssen daran erinnern, dass nicht nur die Konzerne selbst, sondern auch diejenigen, die die weiteren 70 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung erbringen, einen öffentlichen Nahverkehr brauchen, der die Mitarbeiter rechtzeitig an den Arbeitsplatz bringt. So kann den konzernhörigen Hirten in der Justiz klar gemacht werden, dass sie mit ihrer bisherigen Weigerung, wegen Untreue zu ermitteln, auch den Konzernen schaden. Nicht zuletzt muss an den Rest von Gewissen und Verstand appelliert werden, den die staatsanwaltlichen Verantwortlichen bei der Unterwerfung unter den Götzen Mammon noch bewahrt haben. Sie müssen durch beharrliche Strafanzeigen daran erinnert werden, wen sie zu weiden haben. Eisenhart von Loeper und Dieter Reicherter haben sich jüngst erneut darum verdient gemacht und die zuständige Staatsanwältin muss nun die Vorwürfe der Untreue gegen verschiedene Bahnverantwortliche prüfen, um sich nicht der Strafvereitelung im Amt schuldig zu machen.

Wir kommen hier regelmäßig zum Parkgebet zusammen, weil wir uns beharrlich weigern, den Einflüsterungen des Mammon zu folgen und damit sein zerstörerisches Werk zu unterstützen. Wir bestärken uns gegenseitig durch Gebete und durch das Hören auf die Botschaft des barmherzigen Gottes darin, die Alternative zum Mammon zu leben. Deshalb bestehen wir darauf, dass die Hirten im Lande der Herde und nicht dem Mammon zu dienen haben. Wenn wir zu verzagen drohen, weil unserem Bemühen wenig Erfolg vergönnt zu sein scheint, dann erinnern wir uns daran, dass schon vor über 2500 Jahren die Propheten Israels diesen Kampf gegen den Mammon gekämpft haben. So kann es auch heute lange währen, bis der barmherzige Gott, der wahre Hirte, zusammen mit der Herde an die falschen selbstbezogenen Hirten gehen wird. Der feste Glaube an den barmherzigen Gott schenke uns die Ausdauer, die falschen Hirten beim Namen zu nennen, ihr Treiben zu skandalisieren und darauf zu pochen, dass sie der Herde zu dienen haben. Amen.

Ansprache beim Parkgebet am 26.1.2017 zu Lk 18, 40-43 von Pfr. i. R. Friedrich Gehring

Und Jesus fragte ihn: Was willst du, dass ich dir tun soll? Er antwortete: Herr, dass ich wider sehend werde. Und Jesus sprach zu ihm: Werde wieder sehend! Dein Glaube hat dich gerettet. Und sofort wurde er wieder sehend, und er folgte ihm nach und pries Gott.

Die Heilung des Blinden in Jericho wirkt auf uns heute beim ersten Hören fremd, denn wir wissen von der modernen Medizin, wie Menschen durch Operationen wieder sehen können. Erst beim zweiten Hinsehen wird die Aktualität der Erzählung deutlich. Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem, wo er nicht auf körperliche, sondern geistige Blindheit treffen wird. Unmittelbar nach der Heilung in Jericho besucht Jesus den Zachäus, der vor Gier blind ist und nicht sieht, dass er sich durch diese Gier selbst durch Isolierung im Ort bestraft. Durch die Begegnung mit Jesus wird er sehend, legt seine schädliche Gier ab und folgt Jesus nach auf dem Weg in das Reich Gottes des fairen Teilens. Aus diesem Blickwinkel wird die Wunderheilung in Jericho plötzlich hochaktuell, denn die schädliche Gier macht heute so blind wie damals und ist hartnäckig verbreitet. Ärztliche Kunst ist so machtlos dagegen, dass es einem Wunder gleichkommt, wenn Menschen davon befreit werden.
Die blinde Gier wurde bei uns epidemisch durch die Machtergreifung des Neoliberalismus. Angeregt durch ihre Heilspropheten Thatcher und Reagan ergriff sie auch unser Land mit der schwarz-gelben Revolte gegen Helmut Schmidt. Unterstützt von Roman Herzog, dem jetzt vielgerühmten Ruckpropagandisten, breitete sie sich weiter aus unter Gerhard Schröder und Angela Merkel, weil ihre großen Heilsversprechen geglaubt wurden. Wenn es den großen Konzernen gut geht, so wurde verkündet, dann wird es allen gut gehen, denn von ihrem Reichtum tropft wie in Sektkaskaden der Wohlstand auf breite Schichten der Bevölkerung herab. Deswegen müssen die fettesten Pferde gefüttert werden, damit für die armen Spatzen viele Rossäpfel abfallen. So wurden den Konzernen blind Opfer gebracht, so genannte zurückhaltende Lohnforderungen, Steuergeschenke, günstige Investitionsbedingungen aus der öffentlichen Hand und die Lobbyisten schrieben die Gesetze. So wurden Abgasmanipulationen gefördert und Bankbetrügereien und Anlagegeschäfte, bei denen nicht gezahlte Steuern erstattet wurden, und vieles anderes mehr. Wir Kritiker des Projekts Stuttgart 21 können die Liste noch stattlich verlängern, die aufzeigt, wie nicht nur die Wahrheit, sondern auch enorme öffentliche Ressourcen auf dem Altar der blinden Gier der Konzerne geopfert werden. Den Gipfel der Blindheit erleben wir derzeit darin, dass die überlegene Lösung des Umstiegskonzepts nicht gesehen werden kann. OB Kuhn sagt, der Umstieg werde noch teurer. OB scheint hier zu stehen für „Ober-Blind“.

Besonders verhängnisvoll wirkt sich aus, dass die wirtschaftswissenschaftlichen Lehrstühle an unseren Universitäten zu 90 % von neoliberal verblendeten Professoren besetzt sind. Eine Generation von ebenso erkrankten Wirtschaftsverantwortlichen wird so nachwachsen. Der US-Professor Roubini, der schon 2004 die Krise von 2008 voraussagte, wurde von der gesamten Zunft verspottet. Der Nobelpreisträger Robert Lucas verkündete dagegen 2003, das Crash-Problem sei für Jahrzehnte gelöst. Als der Crash dann eintrat, gab es kein Umdenken, keine Rückbesinnung auf die wichtigsten modernen Wirtschaftsfachleute wie Adam Smith, Karl Marx oder John Meynard Keynes. Die epidemische Blindheit blieb resistent gegen die erfahrbare Wirklichkeit.

Wir sind hier zum Parkgebet beisammen, weil wir uns nicht anstecken lassen. Deshalb müssen wir vom Verfassungsschutz beobachtet werden, der nicht unsere Verfassung, sondern die neoliberale Lobbykratie und mutmaßliche Mörder wie Böhnhardt und Mundlos oder vielleicht auch Amri schützt. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir schauen weiter genau hin und nennen die Missstände und Fehlentwicklungen beim Namen. Wir lassen uns nicht beirren, wenn in den USA ein Präsident an die Macht kommt, der als Milliardär messianische Erwartungen auf sich zieht. Es wird sich sehr schnell herausstellen, dass er nicht wirklich helfen wird, sondern nur seinen Reichtum und den seiner Milliardärskollegen mehrt. Er hat die Mehrheit der Wahlmänner, nicht aber die des Volkes hinter sich. Vielleicht brauchen die USA einen Trump, um reif zu werden für einen Bernie Sanders und eine von christlicher Barmherzigkeit getragene friedliche Politik.
Wir jedenfalls wollen uns von Jesus die Augen öffnen lassen und schauen genau hin, wo die Selbstzerstörungskraft des blinden neoliberalen Mammons sichtbar wird. Wenn der großmäulige Milliardär und Präsident Trump von Strafzöllen spricht für Autobauer, die nicht genug Arbeitsplätze in den USA schaffen, kann der angeblich mächtigste Mann der Welt nicht verhindern, dass die Premiumautos weiterhin gekauft werden. Denn diese werden nicht bestellt, weil sie billig sind, sondern gerade weil sie teure Statussymbole darstellen. Dann werden diese Zölle zu Luxussteuern, die er gar nicht wollte, und der Maulheld entzaubert sich als blinder Stammtischredner. Bei seinem Stammtischhorizont ist er auch blind dafür, dass die Beendigung der Handelsabkommen die USA kleiner und dafür China größer macht.

Auch bei Stuttgart 21 schauen wir genau hin, wie die Projektpartner sich über dem Kostenstreit zerfleischen werden. Wir sind gespannt, ob sich Ministerpräsident Kretschmann schließlich doch noch gezwungen sieht, das Bundesverfassungsgericht anzurufen, um die Verfassungswidrigkeit des Schmiergeldes klären zu lassen. Das hat er ja einst auch großmäulig versprochen, um dann das Versprechen ganz schnell auf dem Altar der Macht zu opfern für die grünrote Koalition. Es kann sich also durchaus noch herausstellen, dass der Volksentscheid zwar Käse war, aber noch lange nicht gegessen, sondern allenfalls vergammelt ist.

Wir schauen also nicht auf die großmäuligen scheinbar Mächtigen wie das Kaninchen auf die Schlange. Wir lassen uns von dem Mammonskritiker Jesus den Blick schärfen, der uns für die blinden Blindenführer so gefährlich macht, dass sie den Verfassungsschutz auf uns ansetzen.
Im Blick auf unsere gegenwärtige Weltsituation fällt mir ein Lied ein, das Rudolf Alexander Schröder am Vorabend des 2. Weltkriegs im dunklen NS-Deutschland schrieb (EKG 378, 3+4):
Es mag sein, dass Frevel siegt, wo der Fromme niederliegt; doch nach jedem Unterliegen wirst du den Gerechten sehn lebend aus dem Feuer gehen, neue Kräfte kriegen.
Es mag sein – die Welt ist alt – , Missetat und Missgestalt, sind in ihr gemeine Plagen. Schau dir’s an und stehe fest: nur wer sich nicht schrecken lässt, darf die Krone tragen. Amen.