Monatsarchiv: November 2012

Offener Brief an den Landesbischof der Ev. Kirche in Württemberg Frank Otfried July

Anstatt die Auseinandersetzungen um S21 als ungute „Polarisierung“ zu disqualifizieren, sollte die Kirche diese begrüßen als notwendigen Diskurs über ein umstrittenes Projekt.

Kirche leistet nur dann einen glaubwürdigen und wirkungsvollen Beitrag zum „Frieden“, wenn sie die Frage nach Wahrheit und Gerechtigkeit dabei nicht ausklammert.

Die Forderung, „mit sachlichen Argumenten“ zu streiten, muss an die Betreiber des Projekts gerichtet werden – von den Kritikern wird sie längst eingelöst.

Sehr geehrter Herr Landesbischof July!

Sie haben sich in einem Interview der Stuttgarter Zeitung zur Rolle von Kirche und Theologie im Konflikt um das Projekt „Stuttgart 21“ geäußert. Für uns als Mitglieder der Initiative „Theologinnen und Theologen gegen S21“ sind Ihre Äußerungen dazu nicht nachvollziehbar. Ihnen oder Ihrer Presseabteilung kann es nicht entgangen sein, dass unsere Initiative seit zwei Jahren eine sachliche, theologisch fundierte Auseinandersetzung mit dem Projekt führt.

Wir haben dazu eine „Gemeinsame Theologische Erklärung“ veröffentlicht (https://s21-christen-sagen-nein.org/gemeinsame-erklarung-von-theologinnen/). Seit Jahren finden zahlreiche Gottesdienste und Andachten dazu statt, zu denen Hunderte suchender Menschen regelmäßig kommen. Wir haben uns immer wieder öffentlich geäußert, Kolleginnen und Kollegen angeschrieben, Diskussionen geführt. Ihnen persönlich haben wir mehrfach das Gespräch angetragen. Weiterlesen

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Landesbischof July zu S21: Die Kirche sollte sich nicht in jeden tagesaktuellen Diskurs einmischen

… war es mir immer wichtig zu sagen, der Streit muss mit sachlichen Argumenten geführt werden. …

Die Bibel sollte also außen vor bleiben.
Genau. Viele gesellschaftliche Fragen haben mit theologischen Standpunkten zu tun, die Bibel gibt Orientierungswissen. Der Bau eines Bahnhofs hat erst einmal mit Kosten-, Technik- und Planungsfragen zu tun. …

Was hat der Konflikt mit der Landeskirche gemacht? Es gab viele Austritte und Proteste wegen des Engagements einzelner Pfarrer.
Es gibt auch bei anderen gesellschaftlichen Konflikten Menschen, die sagen, ich verstehe die Kirche nicht und trete aus, aber das sind Einzelfälle. Wir sind nicht erpressbar. Mein erster Bischofsbericht im Jahr 2005 war überschrieben mit der These, Religion ist mehr als Privatsache, und dazu stehe ich auch heute. Das bedeutet aber nicht, dass sich die Kirche in jeden tagesaktuellen Diskurs einmischen sollte.

Wir haben uns unserer Verantwortung nicht entzogen, sondern versucht, einen Konflikt zu entdramatisieren. Theologen dürfen in bestimmten Situationen nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. …

Eine Anmerkung des Administrators sei erlaubt:
Müsste es nicht besser heißen:  … einen Konflikt zu bagatellisieren ??

Lesen Sie hier das ganze Interview mit dem evangelischen Landesbischof Frank Otfried July

Drei Oberbürgermeister überlebt – Erfahrungen eines Uralt-Stadtrats der SPD

Ich habe alle drei Oberbürgermeister, die seit 1945 die Stadt regierten, erlebt und erlitten.

1.  Arnulf Klett von 1968 bis 1974
Klett war ein Auto-Narr, fuhr Daimler und Porsche, schlug die dafür notwendigen Schneisen durch Stuttgart, räumte die Trümmer der zerbombten Stadt beiseite und gleich auch noch ein paar übrig gebliebene architektonische Perlen: das Kaufhaus Schocken, das Alte Steinhaus für vier Parkplätze und das Kronprinzenpalais für den berühmten Kleinen Schlossplatz, immer unterstützt von der damals größten Gemeinderatsfraktion, der SPD.
Klett hatte Affären, z.B. den Perserteppich, den er sich von Daimler-Benz zum 50. schenken ließ, was ihn heutzutage zum Rücktritt zwänge. Damals wurde er freigesprochen. Weiterlesen