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Filderdialog – FilderdiaLÜG ?!

Der sogenannte „Filder-Dialog S21“ soll am Samstag, 16. Juni, einen zweiten Anlauf nehmen. Gisela Erler, beileibe nicht zuständig für „Gedöns“, vielmehr „Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung“, lädt ein.
„Bürgerinnen und Bürger sollen in ein offenes Gespräch über ihre Vorstellungen zu den Planungen auf den Fildern eintreten und dabei über die Alternativen diskutieren, die von Experten vorgestellt werden“, schreibt sie.
Pfarrer Karl Martell – Unterzeichner  der Gemeinsamen Erlärung von Theologinnen und Theologen zu S21 – wurde wie etliche andere per Zufallsauswahl eingeladen zu diesem Dialog, der an drei Tagen im Juni und Anfang Juli stattfinden soll; er hat die Einladung wie folgt beantwortet:

Sehr geehrte Frau Staatsrätin,
meine Rückmeldung mit dem Bescheid der Nichtteilnahme am „Filder-Dialog“ möchte ich begründen:

1. Durch die Volksabstimmung ist das Projekt S21 nicht besser, vertrauenswürdiger oder gar plausibler geworden. Dafür steht insbesondere der Planungsabschnitt auf den Fildern, der nach zehn Jahren immer noch nicht sich als genehmigungsfähig erwiesen hat.
Erwiesen hat sich allerdings die Unfähigkeit der Planer.

2. Nun einen „Dialog“ mit Bürgerinnen und Bürgern überhastet zu veranstalten, zudem unter Bedingungen, die mehr als fragwürdig sind, halte ich für Augenwischerei.
Ein solcher „Dialog“ erscheint mir auch deshalb nicht sinnvoll, weil er den Zeitvorgaben der Bauherrin zu folgen hat. Einer Bauherrin, die bislang primär durch mehr als fragwürdige Propaganda, durch Unfähigkeit auch und gerade in der zeitlichen Planung und durch die Methode des Faktenschaffens aufgefallen ist.

3. Nach Äußerungen von Politikern (u.a. MdB Arnold, Gemeinderat Bauer in Filderstadt) soll eine „Verbesserung“ der S21-Planung auf den Fildern erreicht werden. Gleichzeitig wird betont, dass mögliche und nötige Verbesserungen selbstverständlich nur zu haben seien, wenn „das Dogma des Kostendeckels“ aufgegeben werde.
Nach meinem Verständnis ist bei der Volksabstimmung auch über die Kosten für S21 von maximal 4,5 Milliarden Euro abgestimmt worden.
Ich möchte mich nicht beteiligen an einem „Dialog“, der wahrscheinlich auch oder sogar primär dazu dient, die von kompetenter und vertrauenswürdiger Seite längst prognostizierte erhebliche Steigerung der Kosten für S21 zu rechtfertigen. Das wäre noch einmal eine Verhöhnung der Bürgerinnen und Bürger.

4. Dass nicht wenige, die sich in den Vorgängen gut auskennen, von einem „Filder-Dialüg“ sprechen, gibt zu denken.

Freundlich grüßt Sie
Karl Martell, Pfarrer i.R.

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