Monatsarchiv: Januar 2016

Ansprache beim Parkgebet am 21. Januar 2016 von Pfarrer i.R. Gunther Leibbrand

Liebe Parkgebetsgemeinde,
am Montag dieser Woche, als ich diese Ansprache schrieb, lautete die Herrnhuter Tageslosung folgendermaßen:

„So spricht der Herr, der einen Weg bahnt im Meer und einen Pfad in mächtigen Wassern …
Seht, ich schaffe Neues, schon sprießt es, erkennt ihr es nicht?“ (Jesaia 43,16)

In diesem schönen Wort vom Sprießen des Neuen, das die Angesprochenen in ihrer aktuellen Not so schwer nur erkennen können, verbindet der Prophet Jesaja das Heute mit einer uralten Erfahrung seines Volkes: Als sein Gott ihm aus der Sklaverei wundersam herausgeholfen hatte, indem er ihm einen Fluchtweg, selbst durch ein Meer hindurch, bahnte, bis zu dem es hatten fliehen können, das es jetzt aber endgültig aufzuhalten drohte. So wäre es beinahe den Streitwagen des Pharao zum Opfer zu fallen. Aber so weit kam es nicht, weil Gott dem Mose die Wundermacht verlieh, die Wasser des Meeres zu teilen, sodass das Volk Israel weiterfliehen konnte. Aber nicht nur das: Als es gerade hindurchgekommen war und die Ägypter, ihnen nach, auch über den vormaligen Grund des Meeres, es fast erreicht hatten, ließ Mose das Meer wieder zurückströmen, sodass die Streitmacht jämmerlich von den Wassermassen ersäuft wurde.
Kein zimperliches Bild, sondern ein höchst dramatisches, für nicht wenige Menschen auf dieser Erde ein sehr realistisches Bild.

Ich bin froh, dass wir eine solche Losung heute vorgelegt bekommen. Denn auch wir – die wir nicht das Volk Israel sind – aber eines, das eingeladen ist, sich im Namen dieses Volkes von dessen Gott Segen erbitten zu dürfen, können von seiner Erfahrung lernen. Auch wir brauchen immer wieder ein Trostwort, das uns aufbaut. Ein Zeichen, an das wir uns erinnern könnten, oder wenigstens eines aus der Jetzt-Zeit, das wir eigentlich sehen könnten, das uns Mut machen könnte, wenn wir es bloß richtig zu deuten verstünden!
Ich will versuchen, Ereignisse aus unserem heutigen Zusammenhang, die es tatsächlich gibt, als Zeichen eines Neuen zu deuten, mit denen Gott uns Mut machen will:

– Zum ersten ist da der Beschluss des Verwaltungsgerichts Stuttgart vom 18. November 2015, der die brutale Polizeigewalt am 30.9.2010 gegen berechtigten Bürgerprotest als ungesetzlich feststellte.

– Dann ist da die Entscheidung von Land und Stadt, die gegen diesen Gerichtsbeschluss Revision hätten beantragen können, dieses bemerkenswerter Weise nicht zu tun.

– Und dann ist da noch eine andere bemerkenswerte Entwicklung: Der Herrenknecht-Bohrer hat den Rückzug vor der berüchtigten, aber bisher in ihrer Gefährlichkeit von den Betreibern und Befürwortern von S 21 verharmlosten, Gipsschicht angetreten!

Noch sind wir nicht so weit, dass Frau Merkel das gegen viele geltende Gesetze von ihr durchgeboxte Projekt S 21 beendet hätte. Aber Weiterlesen

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Ev. Kirche macht Grünen-Wahlkampf

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http://hospitalhof.de/programm/180116-5-jahre-danach-die-schlichtung-zu-s21/

Kommentar:
(und hier als pdf-Datei: Ev. Kirche macht Grünen-Wahlkampf)

Die sogenannte „Schlichtung“ zu S21 ist zweifelsohne einer der geglücktesten Propagandacoups der damaligen Landesregierung gewesen: Angeblich, um „alle Fakten“ zu S21 „auf den Tisch“ zu bringen, ließ Heiner Geißler neun Tage lang die S21-Gegner ihre hoch kompetenten Kritikpunkte der Bahn um die Ohren hauen und machte die Teilnehmer und alle Welt glauben, die Bahn würde nun endlich verpflichtet, diese auch zu berücksichtigen.

Wohlwissend, dass die Bahn selbstverständlich nicht aufgrund einer bloßen Aufforderung eines durch keine Rechtsgrundlage legitimierten „Schlichters“ irgendwelche Änderungen am Projekt vornehmen würde – ja, dass die Bahn das aus rechtlichen Gründen gar nicht durfte –, beließ Geißler es lediglich bei „Vorschlägen“, denen er selbst lediglich „psychologische“ und „politische“ Wirkung beimaß. Dass Geißler zu keinem Zeitpunkt die Notwendigkeit ins Gespräch brachte, dass am Ende dieses Faktenschecks eine rechtlich bindende vertragliche Regelung mit der Bahn stehen müsste, macht deutlich: Es ging von vornherein nicht um Korrekturen, sondern um Beschwichtigung und Schwächung der Gegnerschaft.

Auch die Begründung Geißlers, warum die Bahn „weiterbauen“ dürfe („die Bahn hat Baurecht“), macht deutlich, dass die ganze Veranstaltung als Show gedacht war. Denn das war erstens schon damals falsch, weil sie Baurecht damals nur für zwei von fünf Planfeststellungsbereichen hatte (und bis heute nur für drei von fünf). Und es führt zweitens auch die ganze Schlichtungsveranstaltung ad absurdum, denn dieses Baurecht war ja vorher schon bekannt und kein Ergebnis der Schlichtung. Wenn die Bahn aufgrund dieser Begründung weiterbauen durfte, dann hätte man sich die ganze Schlichtung sparen können.

Der von Geißler beabsichtigte Eindruck, es werde aufgrund der Schlichtung tatsächlich Planungsänderungen geben, wurde auch von den Pro-S21-Parteien als Wahlkampf-Versprechen genutzt: Alle Parteien warben „Ja zum Schlichtungsergebnis“ – und verhinderten anschließend jede Umsetzung dieses Ergebnisses: Nichts, aber auch wirklich gar nichts vom „Schlichtungs“ergebnis wurde umgesetzt. Außer dem „Stresstest“, bei dem allerdings „Stress“ systematisch verhindert wurde und bei dem die Bahn an so vielen Stellen ihre eigenen Planungs-Regeln verletzte, dass sie damit erfolgreich den Eindruck erwecken konnte, der Kellerbahnhof bringe eine Leistungssteigerung.

Und was haben die Grünen als Regierungspartei getan? Sie haben es nicht einmal geschafft, auf den vorgeblich allseits unterstützten „Schlichtungs“ergebnissen zu bestehen und andernfalls den Pro-Parteien ihre gebrochenen Wahlversprechen vorzuhalten. Sondern genau der am Montag auf dem Podium sitzende Verkehrsminister war sich nicht zu schade, auf der Homepage seines Hauses den einzigen formal umgesetzten – aber inhaltlich betrogenen – Punkt des Schlichtungsergebnisses schön zu lügen: S21 bringe tatsächlich eine Leistungssteigerung.

Wenn die Grünen es zu keinem Zeitpunkt geschafft haben, auf die Ergebnisse der „Schlichtung“ zu pochen, sondern sogar deren Schein-Erfüllung noch zu behaupten – wie kritisch kann Winfried Hermann dann bei dieser Veranstaltung dem Heiner Geißler Contra bieten, mit dessen Partei er voraussichtlich nach der Wahl eine Koalition eingehen möchte?
Und wenn als weitere Gäste nur moderate S21-Gegner und Grünen-Freunde auf dem Podium sitzen – wer soll dann dem Verkehrsminister Contra bieten?

Was wird also unterm Strich herauskommen an diesem Abend? Ein „Schlichter“ und ein Verkehrsminister, die beide unbehelligt ein friedliches Heimspiel absolvieren, garniert mit einigen ein klein wenig aufmüpfigen Fragen der übrigen Podiumsgäste, an denen die Politprofis sympathisch ihre Redegewandtheit unter Beweis stellen können.

Nein, diese Veranstaltung erscheint mir als reine Wahlkampfhilfe für die Grünen – finanziert von der Evangelischen Kirche (unterstützt von BUND und VCD). Das wäre nicht so unappetitlich, wenn es dabei nicht um den Milliardenbetrug S21 ginge, den die Grünen seit Regierungsantritt tatkräftig verschleiern helfen – und hier auch (wieder mal) die Evangelische Kirche.

Dabei wäre engagiertes Eintreten – gerade der für die Bewahrung der Schöpfung eintretenden Kirche – für einen schnellstmöglichen Baustopp und ein baldigstes Ende von S21 so dringend vonnöten. Aber die Kirche steht eben, wo sie immer stand…

Martin Poguntke

Wir laden ein: halt!zusammen Baden-Württemberg gegen Rassismus und Gewalt: Samstag, 16. Januar 2016, 11 Uhr, Schlossplatz Stuttgart

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als Hintergrund siehe: https://s21-christen-sagen-nein.org/2015/05/13/pegida-in-stuttgart-nicht-mit-uns-fur-toleranz-und-vielfalt/

Mittwoch, 13.1.16, 19 Uhr, Möhringen – S21-Zwischenbilanz

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Flyer als pdf