Das Parkgebet feiert Geburtstag!

Am Donnerstag, 2. August 2018 um 18.15 Uhr bei der Lushausruine ist es so weit!

Das Parkgebet feiert Geburtstag! In den vergangenen 8 Jahren seit August 2010 haben im Schlossgarten weit über 200 Parkgebete stattgefunden – bei jedem Wetter und immer mit ansehnlicher Besucherzahl, um für das Wohl unserer Stadt zu beten und sich auszutauschen.

Herzliche Einladung!
Guntrun Müller-Enßlin und Sylvia Rados

Charly Brown zu Snoopy: „Geburtstage sind herrlich“
Snoopy: „Ja aber wir werden immer älter, zum Schluss sterben wir.“
Charly Brown: „Aber jeder Tag davor ist ein herrlicher Tag.“

Tunnel-Segnung? – Nein, Segen muss der Schöpfung dienen!

Nun hat also am 17. Juli 2018 wieder eine „Segnungsfeier“ in einem S21-Tunnel stattgefunden. Wer immer die beiden evangelischen bzw. katholischen Geistlichen gewesen sein mögen und was immer bei dieser Segenshandlung getan und gesprochen wurde – ich möchte im Folgenden ein paar (hoffentlich) klärende, ganz nüchterne Gedanken zum Segnen beisteuern:

  1. Ein evangelischer Geistlicher kann nicht an der Segnung von Gegenständen (Tunnels, Häuser, Fahnen, Waffen etc.) mitwirken, denn ein auf der Bibel gegründeter Segen kann nur Menschen und ihrem Tun gelten.
  2. Nach evangelischem Verständnis ist Segnen kein magischer Vorgang, bei dem (wie Obelix mit dem Zaubertrank) göttliche oder übernatürliche Kräfte auf Menschen übertragen werden. Geistliche verfügen weder über besondere eigene oder göttliche Kräfte, noch haben sie die Macht, Derartiges herbeizurufen. Veranstaltungen, bei denen solches versucht wird – etwa, indem auf Heiligenfiguren Weihwasser gespritzt wird –, sind aus evangelischer Sicht Aberglaube und Mummenschanz.
  3. Eine Segenshandlung ist vielmehr eine natürliche und rationale seelsorgerliche Zeichenhandlung, durch die wir Menschen die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft zusprechen – und aus diesem Erfahren von Zugehörigkeit schöpfen sie die Kraft, um die es beim Segen geht.
  4. Diese Gemeinschaft, in die wir Menschen beim Segnen mit hineinnehmen, ist nicht etwa die Kirche oder gar die örtliche Gemeinde, sondern die Gemeinschaft allen Lebens, der ganzen menschlichen und nicht-menschlichen Schöpfung. Diese weltumspannende Gemeinschaft bezieht ihre lebendige Kraft – körperlich und seelisch – aus der Kraft, aus der die ganze Schöpfung hervorgegangen ist und die bis heute in ihr wirkt und die wir „Gott“ nennen.
  5. Wir Christen verstehen Reden und Wirken Jesu so, dass diese der Schöpfung innewohnende Lebenskraft zugleich die Kraft der Liebe ist. Deshalb heißt Segnen für uns auch immer: Menschen in den Zusammenhang der Liebe mit hineinnehmen.
  6. Weil die Kraft, an der ein Segen teilhaben lässt, also die auf Liebe ausgerichtete Lebenskraft ist, ist die Teilhabe an dieser Kraft immer auch mit dem Auftrag verbunden, ein an dieser Schöpfung orientiertes liebevolles Leben zu führen. Segnung ohne solche Beauftragung ist Missbrauch der Schöpferkraft.
  7. Auch wenn Menschen diesem Auftrag, das Leben und die Schöpfung zu erhalten, nicht gerecht werden – und das sind nach evangelischem Verständnis alle(!) Menschen –, schließen wir sie dennoch ein in die Gemeinschaft des ganzen Lebens. Wir tun das aber nie, ohne ihnen zu sagen, worauf sie die Kraft richten sollen, die sie aus diesem Segen erfahren.
  8. Auch Menschen, die an einem in vielfacher Weise Leben zerstörenden Betrugs-Projekt wie „Stuttgart 21“ mitarbeiten, schließen wir selbstverständlich in diese Gemeinschaft mit ein. Wir tun das aber dann missbräuchlich, wenn wir sie nicht im selben Atemzug auf die Lebensfeindlichkeit ihres Tuns aufmerksam machen und sie ermahnen, ihre Kraft dem Erhalt der Schöpfung und der Gestaltung einer liebevollen Welt zu widmen. Nur dazu darf ihnen die mit dem Segen gemeinte Lebenskraft dienen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass bei der Segnungsfeier den Tunnelarbeitern und allen an diesem verbrecherischen Bauvorhaben Beteiligten deutlich geworden ist, dass sie Gott lästern, wenn sie nicht umkehren von ihrem schändlichen Tun. Das wäre eine im besten Sinne geistliche Wirkung des Segens.

Martin Poguntke, 27.7.18

Herzliche Einladung zur Demo nach Stuttgart: Samstag, 7. Juli, 14 Uhr, vor dem Hauptbahnhof

Wenn Unrecht und Schaden groß sind, darf man nicht dazu schweigen – nur weil man vielleicht nicht mehr die Chance hat, das Unglück zu verhindern.

Es ist geradezu ein staatspolitischer Auftrag:
Wenn große Teile von Politik, Wirtschaft, Justiz und Medien konsequent einen der größten Betrugsfälle der Nachkriegsgeschichte zum Schaden der Bevölkerung in einer konzertierten Aktion „finster entschlossen“ durchziehen wollen, dann muss dagegen protestiert und es müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden – selbst wenn eines Tages das Projekt schon fertiggestellt sein sollte.

Dabei gibt es ja eine wunderbare Alternative: UMSTIEG 21 (www.umstieg-21.de). Wenn es „der Politik“ wirklich um die Verkehrssituation in der Region Stuttgart ginge, hätte sie das vor sich hin dümpelnde und Milliarde um Milliarde verschlingende S21 längst gestoppt. Aber ihr geht es vor allem darum, vor Bevölkerung und Wirtschaft nicht einzuknicken. Und deshalb müssen wir den öffentlichen Druck immer und immer wieder aufrecht erhalten.

Deshalb findet am kommenden Samstag wieder eine Demonstration vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof statt – mit interessanten Redner*innen und klasse Musik:

https://www.bei-abriss-aufstand.de/wp-content/uploads/Samstagsdemo_2018-07-07_PlakatA3_v2_450px.jpg

Herzliche Einladung an alle!

Ansprache beim Parkgebet am 28.6.18 zu Röm 13, 1-2 von Pfr. i. R. Friedrich Gehring

„Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott angeordnet. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes. Die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das Urteil zu.“

Dieser Text ist der krasseste Beleg für die Anpassung der christlichen Kirche an die römische Gewaltherrschaft. Wohl aus Angst vor Christenverfolgungen soll gut Wetter mit dem Kaiser und seinen Statthaltern gemacht werden. Der Demokratie zum Trotz wirkt diese Untertanentheologie bis heute in Kirchen. So wurde Hitler als von Gott gesandter Führer bejubelt, selbst von der „Bekennenden Kirche“. Nach dem „Schwarzen Donnerstag“ hier im Schlosspark haben wir erlebt, dass von kirchlicher Seite so gut wie keine Kritik kam, obwohl die Bilder an Verhältnisse in Diktaturen erinnerten. Ich sehe darin eine Auswirkung der Theologie von Römer 13. Auch das Schweigen der Mehrheit zu den inzwischen zu Tage getretenen Unsäglichkeiten des Projekts S 21 führe ich darauf zurück, dass wir uns hierzulande sehr schwer tun, das gesetzwidrige Verhalten von Regierenden zu brandmarken oder das der Wirtschaftsmächtigen, die mit Lobbyisten die Regierenden wie Marionetten steuern. Die Inhaftierung des Audichefs Stadler erscheint als Ausnahme von der Regel. So lagen große Hoffnungen auf der Sitzung des Verkehrsausschusses des Bundestags am 11. Juni, denn das Konzept Umstieg 21 durfte dort vorgetragen werden.

Leider bekamen die S 21-Befürworter mehr Raum als die Gegner und die Fragen von Abgeordneten ließen erkennen, dass viele noch nicht bereit sind, sich gegen dieses Regierungsprojekt kritisch zu positionieren. Untertanengeist und Fraktionszwänge verhindern dies bei vielen. Aber immerhin hat Thilo Sarrazin im Auftrag der AfD die Ausrede durchkreuzt, man hätte damals noch nichts gewusst. Noch mehr Rückgrat hätte er bewiesen durch ein Plädoyer für den Umstieg. Da müssten nun die Abgeordneten der AfD selbst ran. Einer von ihnen hat im Ausschuss wenigstens gefragt, wer am Ende die Zeche zahlen soll. Wenn es der AfD ernst ist mit dem Slogan „Merkel muss weg“, dann könnte sie jetzt den traditionellen Untertanengeist überwinden und Strafantrag gegen die Kanzlerin stellen wegen Anstiftung zur Untreue nach §§ 26 und 266 StGB. Das wäre konstruktive Arbeit als Opposition, die nicht nur wohlfeil schreit, die Kanzlerin müsse weg, sondern die wirksam die neoliberale Politik der Kanzlerin bekämpft. Auf keinem anderen Gebiet ist die Kanzlerin besser vor zu führen und die Dummheit ihrer neoliberalen Politik leichter nach zu weisen. Man muss nur die Rolle des Kindes in dem Märchen von des Kaisers neuen Kleidern übernehmen und den neoliberalen Speichelleckern der Kanzlerin zurufen, dass sie nackt ist. Das Kind im Märchen hat noch keinen Untertanengeist eingeübt.

Christen in der Nachfolge Jesu können diesen Untertanengeist ablegen. Denn Jesus hat in aller Schärfe die religiösen und weltlichen Autoritäten seiner Zeit kritisiert. Im Tempel randalierte er gegen die Geschäfte der Tempelpriester mit den Opfern, indem er sie als Räuberei bloßstellte (Mk 11, 15-17). Dem Kaiser in Rom und seinen Statthaltern warf er Machtmissbrauch vor und forderte eine Kultur des Dienens (Mk 10,42-44). Das muss uns Mut machen, offen das Unrecht, den Unsinn und den Machtmissbrauch auszusprechen, auch wenn Personen der demokratisch gewählten Obrigkeit die Täter sind.

Wenn uns also Obrigkeitsgläubige vorwerfen, wir hätten eben am „Schwarzen Donnerstag“ wegbleiben sollen von der Demonstration gegen dieses Projekt der guten demokratisch gewählten Obrigkeit, dann werden wir nicht müde zu erwidern, dass demokratische Rechte, die nicht genutzt werden, verloren gehen, wie Muskeln schwinden, die zu wenig eingesetzt werden. Wenn jemand wie Ministerpräsident Kretschmann immer wieder mit der Mehrheit bei der Volksabstimmung kommt, weisen wir nicht nur darauf hin, dass das Quorum nicht erreicht wurde, sondern dass auch die Mehrheit auf Irrwege kommen kann wie in der NS-Zeit. Wenn der Gipskeuper quillt, schützt eine Mehrheit nicht vor der Strafe für verantwortungsloses Bauen. Und wenn jemand wie Cem Özdemir von Entschuldigung für S 21 spricht, um dann zu behaupten, für den Ausstieg sei die Katze nun leider schon den Baum rauf, dann geht das bei uns nicht durch. Ich weiß zwar nicht, was im Islam zur Vergebung gelehrt wird, aber auch ein Imam dürfte Özdemir dafür kaum loben.
Wenn jemand in einer Partnerschaft sagt: Schatz, ich bin fremd gegangen, aber ich entschuldige mich, jetzt musst du halt damit leben, dass ich nicht treu sein kann, die Katz ist jetzt schon den Baum rauf, dann wird sehr schnell ersichtlich, dass es so nicht geht und Vergebung eine Umkehr voraussetzt. Meine Schulklassen haben es an diesem Beispiel immer begriffen, dass Vergebung so nicht gelingen kann, dann wird es auch Cem Özdemir begreifen können. Aber wir müssen ihn eben aktiv konfrontieren mit seinem scheinheiligen Gerede von Entschuldigung. Wir nehmen das Argument vom 11. Juni nicht hin, das kriminelle Veruntreuungsprojekt müsse fertig gebaut werden, weil der nicht kriminelle Umstieg zu lange dauern würde.

Die Umkehr bei S 21 ist immer noch möglich, das können nun alle Parteien im Bundestag wissen ebenso wie die Öffentlichkeit in ganz Deutschland. Die Frankfurter Rundschau titelte am 12. Juni:
„Bitte umsteigen! Gegner von Stuttgart 21 haben im Bundesverkehrsausschuss eine Alternative vorgelegt“. Auch wenn die Sitzung des Verkehrsausschusses nicht unsere Erwartungen erfüllt hat, der publizistische Erfolg macht Mut. Die Stimmung in der Presse wird zunehmend kritischer, das haben wir ja sehr lange vermisst. Das frech fortgesetzte Lügen der Befürworter wird in der Öffentlichkeit immer weiter entlarvt. Die Gefahren der Gleisneigung, der Brandkatastrophen, der Überflutung und der Gipskeuperquellung dringen immer mehr ins öffentliche Bewusstsein, dazu die Milliarden schwere Veruntreuung öffentlicher Gelder bei gleichzeitiger Verschlechterung des Bahnverkehrs. Wie beim Dieselskandal bewahrheitet sich das Sprichwort: Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht. Oder: Lügen haben kurze Beine!

Auch wenn unser Parkgebet nun bald acht Jahre alt wird, es gibt keinen Grund aufzugeben. Im Gegenteil: Die jüngste Entwicklung gibt uns Mut zum Weitermachen. Amen.

Ansprache beim Parkgebet am 14.6.18 zu Jesaia 53,5 und 1. Johannes 4,10 von Pfr. i. R. Gunther Leibbrand

(hier als pdf-Datei)

Liebe Parkgebetsgemeinde,

Sie wissen, dass ich jedesmal versuche, möglicherweise an das Losungswort aus der hebräischen Bibel und den dazugehörigen Lehrtext aus dem christlichen Neuen Testament anzuknüpfen. Ich nehme also wieder Losung und Lehrtext vom morgigen Freitag, da für den Menschen der Welt, in der diese Texte niedergeschrieben wurden, der neue Tag am Abend des Vortages begann.

Ich lade Sie ein, diese Andacht zu feiern im Wissen um die Notwendigkeit innerer Ruhe, ohne die wir nichts Vernünftiges ausrichten können. Ich spreche damit unsere aufgewühlten Herzen an, aufgewühlt von so vielen künstlich herbeigeführten Fehlentwicklungen. Es könnte ja alles so viel einfacher sein, wenn elementare Regeln, z.B. auch nur das geltende Recht, auch von den Regierenden eingehalten würden.

Natürlich brauchen die Menschen Arbeit!

  • Aber warum nicht zur Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse, sondern zu deren Verschlechterung?
  • Warum werden die Probleme verschwiegen anstatt sie zu benennen und ernst zu nehmen – z.B. hier bei S21 den Brandschutz, die Quellgefahren beim Bauen in Anhydrit; genauso wie z.B. im Straßenverkehr die Schwierigkeiten bei der Abgasreinigung in den Verbrennungsmotoren der Autos? Wohl gemerkt: Nach dem Diesel sind die Benziner dran!
  • Warum lieber tricksen, lügen und betrügen als Herausforderungen zu benennen und notwendige Umorientierungen und Umsteuerungen vorbereiten und angehen?

Unfälle passieren. Wieso aber planerisch nicht sie einrechnen, sodass sie nicht zu Katastrophen werden – und wir von „Staatsverbrechen“ sprechen müssen (Brandschutzexperte Hans-Joachim Keim im „Stern“ vom 7.6.2018 „Katastrophe mit Ansage“, Artikel von Arno Luik https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/stuttgart-21–experten-zum-brandschutz-beim-umstrittenen-grossprojekt-8116488.html)?

Zwei Zitate daraus, (S. 105f.):
„Die modernen ICE-Loks sind rollende Chemiefabriken, wissen das die S21-Macher nicht? Wenn die hochkomplexen Triebköpfe mit ihren Transformatorenölen, Dichtstoffen im Brandfall mit Wasser besprüht werden, entsteht ein unheimlicher Cocktail: unter anderem Senfgas, Phosgen, Blausäure.“

„Die Belüftungsmaschinen, die sie jetzt im Tiefbahnhof einbauen, erzeugen im Brandfall einen Kamineffekt wie der Schmied in der Esse! Sie blasen riesige Mengen Sauerstoff ins Feuer, sodass selbst ein kleiner Brand blitzschnell ein richtiger, ein hochenergetischer Brand wird, das hat dann ganz rasch 1000 Grad. Stellen Sie sich mal vor, da fliehen Tausende… Die Fluchtwege führen nach oben – genau dahin, wo Rauch, Gase am schnellsten hingehen! S21 hat das Potenzial, Europas größtes Krematorium zu werden.“

Anderes Problem:

Wieso den Bahnhofsneubau wie einen Damm quer zum Nesenbach-Talgrund bauen – in der traditionell von Hochwasser bereits am meisten heimgesuchten deutschen Großstadt und das in einer Zeit, in der sich die Tendenz zum zunehmenden Starkregen durch den Klimawandel eindeutig verschärfen wird?

Dr. Christoph Engelhardt kann hierzu auf der 418. Montagsdemonstration am 4.6.18 nur noch sarkastisch bemerken: „Die Stadt [Stuttgart] optimiert am Hauptbahnhof also nicht nur die Wahrscheinlichkeit für einen Schadenseintritt, sondern es wird auch das Schadensvolumen in Milliardenhöhe getrieben.“

Er berichtet von der Prüfung der städtischen Annahmen durch Diplomingenieur Hans Heydemann: Die Leistung der bisherigen Abwasserkanäle nehmen durch die Dükerung unter dem Stuttgart-21-Bahnhofstrog in ihrer Leistung ab. Und fasst zusammen: „Welch ein Wahnwitz, ausgerechnet in Stuttgart – der Stadt mit dem höchsten Risiko und mutmaßlich dem höchst anzunehmenden Schadensvolumen – plant die Stadt den denkbar drastischsten Rückbau der Starkregenvorsorge. Das Tiefbauamt gibt ‚wirtschaftliche Gründe‘ an. Man fragt sich, welche Wirtschaft von diesen Planungen profitieren soll, sind es die Schlamm-Abpumper oder ist es die Bestattungsindustrie? Oder sind es die Autobauer, wenn der öffentliche Verkehr auf Monate stillgelegt wird?“

Und: „Stuttgart 21 bleibt also auch bei der Hochwassergefahr der größte Schildbürgerstreich aller Zeiten!“

(Siehe auch: Dipl. Ing. Hans Heydemann unter Mitwirkung von Dr. Christoph Engelhardt „Überflutungsrisiken durch Stuttgart 21 – Der Tiefbahnhof als „Staumauer“ bei Starkregen“, Juni 2018, Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21
http://www.parkschuetzer.de/assets/termine/2018/Heydemann_zu_S21-Brandschutz_Fluchtreppen.pdf )

Warum machen die demokratisch gewählten Exekutiven in Bund, Land und Stadt so etwas, obwohl sie schon grundgesetzlich zum Schutze von Gesundheit und Leben der in seinem Geltungsbereich lebenden Menschen verpflichtet wären?

Und warum können sie das machen? Eigentlich müssten da die für die Pflege von Recht und Gesetz geschaffenen Organe der Justiz als Dritter Gewalt im Staate davor sein. Warum läuft hier so viel gar nicht so, wie es eigentlich sollte?

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Ansprache beim Parkgebet am 17. Mai 2018 zu Apostelgeschichte 2,1-13 von Pfarrer i.R. Hans-Eberhard Dietrich

hier als pdf-Datei

Das Pfingstwunder (Apostelgeschichte 2, Vers 1–13)
Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander, und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene, in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.
Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?
Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

 

1. Der Ausstieg einer aktiven Kämpferin

Liebe Parkgebetsgemeinde,

ihr habt vielleicht gelesen: Helga Stöhr-Strauch, eine Miterfinderin der Montags-Demos und anfangs aktive Streiterin gegen S21 verlässt Stuttgart und zieht weg, auch wegen ihres lungenkranken Mannes. In „einer zu Tode gerittene Stadt“ wolle sie nicht mehr leben.

Ihr tiefster Grund aber ist „die Hilflosigkeit und der Zorn darüber, Energie nicht mehr in Aktion umwandeln zu können“. (Kontext 370)

Nun, wir alle haben wohl auch schon mit den Gedanken gespielt, aus dem Protest auszusteigen, wenn auch nicht wegzugehen, aber sich in die Innerlichkeit zurückzuziehen und vor der Macht des Faktischen zu kapitulieren. Und wenn wir uns so umsehen und die kleine Schar der Protestierer vergleichen mit den früheren Jahren, stellen wir fest: Die meisten haben sich abgefunden und resignieren.

2. Begeisterung die Pfingstgeschichte

Welch einen Kontrast bietet demgegenüber unsere soeben vorgelesene Pfingstgeschichte. Da ist eine bis dahin kleine, verängstigte Schar von Menschen, die sich auch vor der Macht des Faktischen, nämlich die Kreuzigung Jesu, in die Innerlichkeit zurückgezogen haben.

Sie aber werden erfasst: Ein Brausen, ein Sturmwind vom Himmel, Feuerzungen über ihren Köpfen, alle fangen an zu reden von den großen Taten Gottes und die Leute, die sie hören, verstehen sehr gut, was sie da verkündigen. Die einen fragen interessiert, andere aber freilich spotten nur.

Pfingsten, da hatten die Jüngerinnen und Jünger erfahren, wir sind nicht verlassen und allein, wir brauchen uns nicht ängstlich zu verstecken, nein wir können reden von dem, was unsere Herzen erfüllt. Wir spüren den Geist, und erleben
Einsicht und Erkenntnis,
Weisheit und Stärke,
Wahrheit, Rat und Gottesfurcht.

Freilich, wir können über diesen Geist nicht einfach verfügen, er weht wo er will. Um diesen Geist können wir bitten, immer wieder neu.

3. Das wär`s, was wir brauchen: Begeisterung

Die Pfingstgeschichte erinnert uns daran, wie es gehen könnte, das wär`s doch, was wir für unsere Bewegung bräuchten: Begeisterung statt Resignation.

Dürfen wir diese Pfingstgeschichte auf diese Weise für uns in Anspruch nehmen? Pfingsten ist doch die Geburtsgeschichte der Kirche. Diese Begeisterung ist nicht einfach übertragbar, sondern mit der Gründung, mit dem Beginn der Kirche verknüpft.

Gottes Geist begeistert Menschen dafür, die Verkündigung der guten Botschaft in die Welt hineinzutragen. Das allerdings verbindet uns mit ihr. In dieser Tradition stehen wir. Als verfasste Kirche oder Gemeinde vor Ort oder aber so wie wir hier als Parkgebetsgemeinde.

Kirche ist nicht gleichzusetzen einfach mit unserer real vorfindlichen Orts- oder Landeskirche, sondern im ursprünglichen Sinn des Wortes einer Versammlung der Glaubenden. Eine bunt zusammengewürfelte Schar von Menschen. In diesem Sinne sind auch wir hier als Parkgemeinde Kirche, weil hier – wie die Reformatoren später genauer definierten – das Evangelium gepredigt wird. (Die Sakramente spielen freilich bei uns keine Rolle.) Und weiter sagten sie: Wo Gottes Wort ist, da wirkt auch der Heilige Geist.

Wir wollen und brauchen nicht zu sein, eine gesellschaftlich relevante Größe, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Wir bemühen uns nicht wie die Landeskirche um gesellschaftliche Anerkennung, öffentliche Wahrnehmung und Bedeutung.

Aber weil wir das alles nicht sein wollen, brauchen wir auch keine Rücksichten nehmen, müssen wir nicht nach Mehrheiten Ausschau halten oder uns umtreiben lassen von der Angst vor Kirchenaustritten. Wir können ungeschminkt und unzensiert das Evangelium verkündigen und das Beste daran ist: Wir müssen nicht resignieren vor der Macht des Faktischen.

4. Viele haben sich abgefunden mit der Macht des Faktischen

Wie gesagt: Die meisten Menschen in Stuttgart und Umgebung haben sich abgefunden damit, dass gebaut wird. Und wenn wir einmal das Jahr 1995 als den Beginn von S21 mit allem Begleiterscheinungen und Ungeheuerlichkeiten sehen, ist ja in der Zwischenzeit eine ganze Generation herangewachsen, die nichts anderes kennt, als dass eben gebaut wird, sie kann sich diese Stadt gar nicht anders vorstellen und finden es ganz normal, vielleicht sogar in Ordnung.

In der Politik nennt man das die „normative Kraft des Faktischen“. Das ist zwar kein Naturgesetz, es funktioniert aber in vielen Bereichen. Ein ganz banales Beispiel: In den Banken hat mal einer angefangen Krawatte zu tragen. Und alle anderen haben es nachgemacht. Heute tragen die Moderatoren im Fernsehen kaum noch einen Schlips und alle finden das normal.

Am Beispiel der Moral ganz leicht nachvollziehbar. Vor 50 Jahren stand ein Zusammenleben ohne Trauschein noch unter Strafe. Dann aber lebten immer mehr Paare so und langsam bildete sich eine neue Anschauung von Sitte und Anstand heraus.

Als letztes noch ein Negativbeispiel: Diktaturen. Nach Jahren der Unfreiheit und Unterdrückung haben sich die Leute daran gewöhnt und sehen es als normal an.

5. Auf diesen Mechanismus spekulieren die Politiker

Mit dieser normativen Kraft des Faktischen rechnen die Politiker, darauf spekulieren auch die Macher und Betreiber von S21. Man baut einfach und wenn es dann viele Jahre so weitergeht, werden es die Menschen schon akzeptieren. Ganz von allein geht es freilich nicht, man muss noch ein bisschen nachhelfen, am besten mit der Suggestion der Alternativlosigkeit, da ginge es um die Zukunftsfähigkeit des Landes oder Deutschland wird ohne S21 unregierbar, und wie die Sprüche alles heißen mögen. Nicht vergessen dürfen wir, welcher Anpassungsdruck in einer Gesellschaft von der Macht des Faktischen ausgeht. Keiner will ausscheren, alle wollen auf der Seite der Mehrheit und der Sieger stehen.

6. Erst der Protest einer Minderheit stellt die Macht des Faktischen in Frage

Aber wenn wir von Mehrheit sprechen, dann gibt es eben immer auch eine Minderheit, eine gewisse Anzahl von Menschen, die sich eben nicht abfinden, die protestieren, die Kritik üben und auf alle Ungeheuerlichkeiten, Widersprüche und Gefahren hinweisen. Dieser Protest Einzelner stellt die Macht des Faktischen in Frage. Erst diese Kritik macht vielen anderen Menschen bewusst, dass es eben nicht normal, nicht Sitte und Anstand ist, was da gebaut wird. Es macht bewusst, dass es andere Werte gibt, für die es sich lohnt zu kämpfen und sich einzusetzen.

7. Energie in Aktion

Um noch mal unsere Einleitung aufzugreifen: Mancher unter uns kann die Hilflosigkeit nicht mehr aushalten, nichts mehr bewegen zu können. Energie nicht mehr in Aktion umzuwandeln.

Ich frage mich, kann es mehr an Aktion geben als dass wir es fertigbringen, den Protest aufrecht und am Leben zu erhalten? Wir dürfen nicht vergessen, wir sind ja keine Wutbürger, die halt dagegen sind. Vielmehr artikulieren wir einen Protest, der sich aus Sachverstand speist.

Und das ist nicht wenig. Um nur die wichtigsten zu nennen: Der Sachverstand der Ingenieure22 als auch der exzellenten Juristen wie Eisenhardt von Loeper, Dieter Reicherter und viele anderen.

Und die vielen Gutachten, Expertisen von Experten. Die Pressemitteilungen des Aktionsbündnisses, die in der Presse ihren Niederschlag finden, wenn auch nicht immer so wie es sachlich geboten wäre. Und nicht zu vergessen die Fahrten nach Berlin, wenn der Aufsichtsrat tagt. Und auch wir hier im Parkgebet sind ein Teil der vielen Aktionen.

Und dieser geballte Protest wird jeden Montag erneut ausgebreitet und hält in unserem Denken und der Öffentlichkeit gegenüber die Tür offen, dass es auch anders gehen kann.

Wie leicht die Macht des Faktischen sich manchmal wandelt, zeigt folgendes Gedicht, mit dem ich schließen will:

Eine stachelige Raupe sprach zu sich selbst:
Was man ist, das ist man.
Man muss sich annehmen, wie man ist,
mit Haut und Haaren.
Was zählt, ist das Faktische. Alles andere sind Träume.
Meine Lebenserfahrung lässt keinen anderen Schluss zu:
Niemand kann aus seiner Haut.
Als die Raupe das gesagt hatte,
flog neben ihr ein Schmetterling auf.
Es war, als ob Gott gelächelt hätte.

Quelle: Die Macht des Faktischen von Dominik Frey, Baden-Baden, Katholische Kirche. Ein Gedicht des Schriftstellers und Dichters Lindolfo Weingärtner, Die Macht des Faktischen, aus: Einer soll heute dein Nächster sein, Schriftenmissions-Verlag, SWR3 Worte 24MRZ 2015.

Die Wahrheit wird euch frei machen: Ansprache beim Parkgebet am 3.5.2018 zu Joh 8, 31f

„Jesus sprach zu den Juden, die zum Glauben an ihn gekommen waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibt, seid ihr in Wahrheit meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.“

Jesus wirft den jüdischen religiösen Eliten seiner Zeit vor, dass sie den wahren Willen des Gottes Israels verdrehen. So haben sie aus dem dritten Gebot „Du sollst den Feiertag heiligen“, einer ursprünglichen Arbeitsschutzbestimmung für abhängig Beschäftigte, viele Verbote abgeleitet, was man am Sabbat alles nicht tun darf. Dem stellt Jesus den ursprünglichen Gotteswillen gegenüber: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen“ (Mk 2,28). Deshalb verspricht Jesus den Juden, die ihm nachfolgen wollen: Die Wahrheit wird euch frei machen.

Es ist eine alte seelsorgerliche Erfahrung, dass wer lügt und deshalb die Wahrheit verdrängen muss, für den Bau und Erhalt der Lügengebäude viel Energie aufzuwenden hat. Die Beendigung des Lügens und das Bekenntnis zur Wahrheit befreit deshalb von der anstrengenden Verstrickung in die Lüge. Denn die Wahrheit drängt bisweilen mit großer Kraft ans Licht wie Löwenzahn aus dem Asphalt. Eine solche Erfahrung können wir derzeit beim Projekt S 21 machen.

Am 18. April hat Bahnchef Lutz zusammen mit seinem Vize Pofalla vor dem Verkehrsausschuss des Bundestags in nicht öffentlicher Anhörung erstmals das Ausmaß der Unwirtschaftlichkeit des Projekts eingestanden. Die Bahn muss mehr als 4 Milliarden € Eigenmittel verbrennen und kann aus dem Gleisfeldverkauf nur 1,15 Mrd. € erlösen. Bei geringfügigen Projekteffekten bleiben über 2 Milliarden Planverlust. Das nicht öffentliche Eingeständnis ist inzwischen öffentlich in der Presse zu lesen. Lutz wiederholt, was wir von seinem Vorgänger Grube schon kennen: Wenn das alles 2009 schon bekannt gewesen wäre, hätte man eine andere Entscheidung getroffen. Nun aber legten die beiden Vorstände ein Papier vor, wonach der Projektabbruch mehr als 7 Milliarden € kosten würde. Man will sich also doch nicht so recht von der Wahrheit befreien lassen. Der Berliner Wirtschaftsprofessor Christian Böttger fordert laut Südwestpresse vom 21.4.18, die tatsächlichen Abbruchkosten unabhängig ermitteln zu lassen und alternative und günstigere Lösungen ohne Scheuklappen zu prüfen. Man darf gespannt sein, ob Verkehrsausschuss und Regierung dieser Forderung aus Fachkreisen folgen wird. Das Aktienrecht, das unwirtschaftliche Projekte verbietet, müsste eigentlich dazu zwingen.

Auch unser Ministerpräsident könnte sich das Wort Jesu zu Herzen nehmen und sich von der Wahrheit befreien lassen. In seiner Antwort auf Peymanns Kritik an S 21 hat sich Kretschmann laut Südwestpresse vom 3. März 2018 zu der Lüge verstiegen, Stadt und Land seien laut Verfassung an die Volksabstimmung gebunden. Ich habe ihm deshalb als Nachfolger Jesu brieflich die befreiende Wirkung des Bekenntnisses zur Wahrheit empfohlen:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann,

auf Ihre Behauptung vom 27.11.2012, in der Demokratie entscheide die Mehrheit, nicht die Wahrheit, habe ich Ihnen am 2.6.2014 vorgeworfen, dass Sie damit die Lüge in der Politik hoffähig machen, weil nach dem Eingeständnis der Kostensteigerung keine neue Volksabstimmung folgte. Sie haben dies am 19.8.2014 entschieden zurückweisen lassen, weil die Kostensteigerung als Argument der S 21-Gegner vor der Abstimmung bekannt gewesen sei. Dieses Argument ändert nichts daran, dass die Kostenlüge der Befürworter erfolgreich war, weil – anders als in einer Demokratie wie der Schweiz – eine zweite Abstimmung über die Wahrheit unterblieb.

Nun haben Sie auf die Kritik von Claus Peymann laut Presseberichten vom 3.3.2018 erwidert, an die Volksabstimmung vom November 2011 seien Land und Stadt laut Verfassung gebunden.

Sie verzichten dabei auf einen Beleg, wo dies in der Verfassung steht. Denn Sie wissen ganz genau, dass bei der Volksabstimmung vom November 2011 das Quorum nicht erreicht wurde und deshalb das Abstimmungsergebnis keinerlei verfassungsrechtliche Bindungswirkung entfalten konnte, wie die Landeswahlleiterin damals unmissverständlich festgestellt hat. Sie setzen damit eine Lüge als Instrument ein, um die Kritik an dem Projekt Stuttgart 21 niederzuhalten, das immer mehr die Verantwortungslosigkeit seiner Befürworter offenbart, nachdem die Bahnchefs Lutz und Pofalla die Unwirtschaftlichkeit am 18.4.2018 vor dem Verkehrsausschuss des Bundestags eingestanden haben.

Wären Sie als Christ der Wahrheit verpflichtet, müssten sie eingestehen, dass der Volksabstimmung lediglich das Gewicht einer Meinungsumfrage zukommt, die allerdings ohne professionelle Beachtung der Repräsentativität durchgeführt wurde. Sie kam zudem unter der irreführenden Sprachregelung zustande, bei Stuttgart 21 handle es sich um den Bau eines Bahnhofs. In Wirklichkeit soll hier nach der gesetzlichen Definition für Bahnhöfe allenfalls eine Haltestelle mit der Steigung einer Hochgebirgsbahn unterhalb des Grundwasserspiegels entstehen.

Ich fordere Sie deshalb auf, als profilierter katholischer Christ der Verheißung Jesu zu folgen: „Die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8, 32). Stehen Sie zu Ihrem Versprechen, das Projekt S 21 kritisch zu begleiten und unterstützen Sie Fachleute wie den Berliner Wirtschaftsprofessor Böttger, der eine unabhängige Ermittlung der Abbruchkosten und eine scheuklappenfreie Prüfung von alternativen und günstigeren Lösungen fordert.

Mit freundlichen Grüßen

Pfr. i. R. Friedrich Gehring

Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, dass unser Ministerpräsident sich von der Wahrheit befreien lassen wird. Amen.