Monatsarchiv: Februar 2013

Ansprache zu Lk 14,28-30 im Parkgebet am 14.02.2013 (Gunther Leibbrand)

Liebe Parkgebetsgemeinde,

wir haben gerade den folgenden Text schon als Psalmgebet miteinander gesprochen, um ihn uns besser anzueignen – als wenn wir ihn nur vorgelesen bekämen:

„Es ging aber eine große Menge mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein. Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.

Denn wer ist unter euch, der einen Turm bauen will und setzt sich nicht zuvor hin und überschlägt die Kosten, ob er genug habe, es hinauszuführen, – damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat und kann’s nicht ausführen, alle, die es sehen, anfangen, über ihn zu spotten? Und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und kann’s nicht ausführen?

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Offener Brief an Kanzlerin Merkel vom 14.2.2013

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,

Sie haben 2010 im Bundestag erklärt, an Stuttgart 21 entscheide sich die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 27.3.2011 sei die Volksabstimmung über dieses Projekt. Diese Wahl führte dazu, dass die grün-rote Landesregierung hinsichtlich des Projekts eine Kostendeckelung beschlossen hat, wodurch die Finanzierung von Stuttgart 21 nun für die Bahn zum Desaster wird. Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer Weitsicht im Blick auf den Volksentscheid gegen Stuttgart 21 bei der Landtagswahl 2011 und ermutige Sie gleichzeitig, den Volksentscheid nun auch anzuerkennen und den Ausstieg aus diesem Projekt durchzusetzen.

Sie haben wiederholt die „schwäbische Hausfrau“ zum Paradigma der Finanzpolitik erklärt. Sie sind in dieser Hinsicht nur dann konsequent und glaubwürdig, wenn Sie nun auch insofern ernst machen mit dem Erweis der Zukunftsfähigkeit Deutschlands am Projekt Stuttgart 21 , dass dieses Großprojekt doch noch auch regierungsamtlich auf seine Rentabilität und volkswirtschaftliche Sinnhaftigkeit hin durchgerechnet werden muss, nachdem bereits seit langem die Unwirtschaftlichkeit und Unsinnigkeit dieses Projekts öffentlich gemacht worden ist. Von der „schwäbsichen Hausfrau“ lernen heißt rechnen lernen.

Mit freundlichen Grüßen

Pfr. i. R. Friedrich Gehring

Predigt zu Lk 19,1-10 beim Parkgebet am 31.1.2013 von Pfr. i. R. Friedrich Gehring

Der Zöllner Zachäus ist ein Steuereintreiber im Dienst des römischen Kaisers, der sich Palästina und dessen Bevölkerung mit militärischer Gewalt unterworfen hat und nun durch Steuern ausbeutet, nicht zuletzt um die Soldaten bezahlen zu können, mit denen er das Volk unterdrückt. Beim Volk ist Zachäus deshalb eine der meist gehassten Persönlichkeiten seiner Zeit. Nicht nur, dass er in dieser Funktion mit dem Unterdrücker zusammenarbeitet und so seinen Lebensunterhalt verdient, er nutzt seine Macht auch noch, um zu betrügen, d. h. mehr in seine Tasche zu wirtschaften als ihm der Kaiser rechtmäßig zugesteht. Für beides hat er sich bewusst entschieden, für den Dienst beim Ausbeuter ebenso wie für den Betrug. Dafür trägt er persönlich die Verantwortung und bezahlt dafür mit Ausgrenzung und Einsamkeit, er muss den Hass seiner Mitmenschen ertragen. Sein Leben in materiellem Wohlstand ist zugleich ein Leben in der sozialen Isolierung. Schon Kinder im Kindergarten oder in der Grundschule können wissen, wie sich so etwas anfühlt.

Aber nun kommt Jesus in seine Nähe. Das ist faszinierend für ihn. Denn Jesus eilt der Ruf voraus, dass er anders ist als die anderen, weil er nicht von einem strafenden, sondern von einem barmherzigen Gott spricht. Weiterlesen