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Wir fahren nach Berlin – Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bahn

Der DB Aufsichtsrat hat die Sitzung, die für Mittwoch, 20. September geplant war, offensichtlich aus wahltaktischen Gründen um vier Wochen verschoben. Nach Rastatt will man lieber abtauchen und sich keine Diskussion über die Schlussfolgerungen für Stuttgart 21 und über die desaströse Bahnpolitik der Bundesregierung generell an den Hals holen.

Wir fahren dennoch nach Berlin
und demonstrieren für einen  besseren Schienenverkehr:

am Dienstag, 19., 18.30 bis 19.05:
Schwabenstreich vor dem Bahntower am Potsdamer Platz
am Mittwoch, 20., 10.00 bis 11.00:
Aktion mit 2 Meter hohem Dobrindt-Kopf vor dem Verkehrsministerium, Invalidenstraße 44

Rückenwind erfahren wir durch die neueste juristische Entwicklung:
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat nach längeren Vorermittlungen nun ein förmliches Ermittlungsverfahren wegen Untreue gegen amtierende und ehemalige Spitzenmanager der Deutschen Bahn AG eingeleitet (Vowurf: durch S21 wird der Bahn ein aktienrechtlich verbotener Vermögensschaden zugefügt).  Anlass der Ermittlungen ist eine Strafanzeige, die der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 und Rechtsanwalt Dr. Eisenhart von Loeper und  Dieter Reicherter, ehem. Vorsitzender Strafrichter des Landgerichts Stuttgart gegen die früheren Bahnchefs Grube und Kefer, die jetzigen Bahnvorstände Lutz und Pofalla sowie den Aufsichtsratsvorsitzenden Felcht  erhoben hatten.

Diesesmal findet die Demonstration zusammen mit den „Beltrettern“ statt, die sich gegen das S21 des Nordens wehren: die Untertunnelung des Fehmarnbelts (www.beltretter.de).

https://s21christensagennein.files.wordpress.com/2016/09/berlin_demonstranten.jpg?w=500

Abfahrt ab Stuttgart mit „Locomore“: Dienstag, 19., 6.21 Uhr (Ankunft: 13.05 Uhr)
Die Rückfahrt (ab Berlin: Mittwoch, 12.31 Uhr) führt über die Lutherstadt Wittenberg mit einem 2-stündigen Aufenthalt dort. (Ankunft in Stuttgart: 23.18 Uhr)
Die Kosten für die gemeinsame Berlinreise sind diesesmal äußerst günstig: Hin- und Rückfahrt zusammen nur 30 Euro (mit BahnCard25: nur 26 Euro).
Näheres bei Andi Kegreiß: andikeg@aol.com bzw. sms/WhatsApp 01736636932

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Rastatt: Mahnung an Stuttgart 21

Pressemitteilung vom 26. August 2017:

Hier die Pressemitteilung als pdf-Datei

Sofortige Überprüfung aller S21-Genehmigungen

Die Tunnel-Havarie von Rastatt wirft ein Schlaglicht auf das Politik-Versagen rund um Stuttgart 21: Denn auch für Stuttgart gilt:

  • Die Deutsche Bahn geht unkalkulierbare technische Risiken ein, die selbst ihre eigenen Gutachter (KPMG/Basler) für „unbeherrschbar“ halten.
  • Die Deutsche Bahn riskiert sehenden Auges den Zusammenbruch wesentlicher Teile des Bahnbetriebs.
  • Die Deutsche Bahn erweckt zu Unrecht grundsätzlich den Eindruck, sie habe alle Risiken im Griff.
  • Die Deutsche Bahn wälzt die Verantwortung auf Versicherungen und die öffentliche Hand ab, wenn sie Schäden an Privateigentum oder Wirtschaft verursacht.

„Es greift allerdings zu kurz, nun Vorwürfe ausschließlich gegen die Bahn zu erheben“, sagt der Sprecher der Initiative, Martin Poguntke. Es liege wesentlich an der Politik, dass das Eisenbahnbundesamt in Rastatt und Stuttgart Baumaßnahmen genehmige, die erkennbar hoch riskant und für den Bahnverkehr schädlich seien. Der Politik scheine es lediglich darum zu gehen, möglichst hohe Investitionsmöglichkeiten für Bauunternehmen zu schaffen und der Autoindustrie keine Konkurrenz durch eine gut funktionierende Bahn zu bereiten.

Die Initiative „Theologinnen und Theologen gegen Stuttgart 21“ sieht sich in besonderer Verantwortung für die Menschen und die ganze Schöpfung und fordert deshalb: Die Politik muss auch für das Projekt S21 sofort Konsequenzen aus dem umfangreichen Bahn-Versagen in Rastatt ziehen.

  • Sämtliche Genehmigungen für das Projekt S21 müssen von wirklich unabhängigen Fachleuten überprüft
  • Wesentliche Sicherheitsfragen des Projekts sind noch offen: z.B. Brandschutz, 6-fach überhöhte Gleisneigung, Tunnels im quellfähigen Anhydrit. Bis zu ihrer Klärung müssen die S21-Bauarbeiten unverzüglich gestoppt werden, denn Tag für Tag schafft die Bahn neue Fakten.

„Ergebnis dieser Prüfung kann aus unserer Sicht nur der Umstieg auf die Modernisierung des bestehenden Kopfbahnhofs sein“, so Martin Poguntke. Mit dem von Fachleuten erarbeiteten Konzept „Umstieg 21“ liege ein hervorragender Entwurf dafür vor.

Ansprache zum 7-jährigen Jubiläum des Parkgebets am Donnerstag, 10.08.2017 im Schlossgarten von Guntrun Müller-Enßlin

Hier als pdf-Datei zum Herunterladen

Ich lese aus der Offenbarung des Johannes, Kapitel 21. Dort entwirft der Apostel Johannes die kühne Vision einer Modellstadt, des neuen Jerusalem:

Und ich sah die heilige Stadt, schreibt er, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Sie hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall; sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, nämlich die Namen der zwölf Stämme der Israeliten: von Osten drei Tore, von Norden drei Tore, von Süden drei Tore, von Westen drei Tore. Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.
Und der mit mir redete, hatte einen Messstab, ein goldenes Rohr, um die Stadt zu messen und ihre Tore und ihre Mauer. Und die Stadt ist viereckig angelegt und ihre Länge ist so groß wie die Breite.
Und ihr Mauerwerk war aus Jaspis und die Stadt aus reinem Gold, gleich reinem Glas. Und die Grundsteine der Mauer um die Stadt waren geschmückt mit allerlei Edelsteinen. Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, ein jedes Tor war aus einer einzigen Perle, und der Marktplatz der Stadt war aus reinem Gold wie durchscheinendes Glas.
Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel. Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie. Und die Völker werden wandeln in ihrem Licht; und die Könige auf Erden werden ihre Herrlichkeit in sie bringen. Und ihre Tore werden nicht verschlossen am Tage; denn da wird keine Nacht sein. Und man wird die Pracht und den Reichtum der Völker in sie bringen. Und nichts Unreines wird hineinkommen und keiner, der Gräuel tut und Lüge.
Und der mit mir redete, zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall. Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des Lebens. Zwölfmal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal; und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.

Liebe Freundinnen und Freunde des Parkgebets!

Lang lang ist‘s her. 7 Jahre ist’s her, um genau zu sein, da träumten wir von einer neuen Stadt. Bei einem Gottesdienst am Ostermontag 2010 mit über tausend Menschen im Oberen Schlossgarten habe ich diesen Text, den ihr gerade gehört habt, auch vorlesen lassen. Was ist das für eine Stadt, von der der Seher Johannes redet? Wodurch zeichnet sie sich aus? Sammeln wir kurz ein paar ihrer Qualitäten. Zunächst einmal fällt das rein Äußerliche auf: es ist eine schöne, eine geschmackvolle Stadt mit einer besonderen Architektur, die freilich für etwas steht. Durch und durch einladend ist sie, die Stadt, zu erkennen an der Zahl ihrer Tore, die nie geschlossen werden. Ein Zeichen dafür, dass bei Gott alle Ausgrenzungen aufhören, alle dürfen teilnehmen am Leben in dieser Stadt und an ihren Geschicken. Die Stadt Gottes ist eine kommunikative Stadt. Die kommunalen Belange haben Vorrang vor den Privaten, Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Es ist eine begrünte Stadt mit einem Fluss, an dem Bäume wachsen, deren Blätter und Früchte den Menschen zur Lebengrundlage und zur Gesundheit dienen. Die Stadt Gottes ist eine wirklich demokratische Stadt, in der die Regierenden einhergehen wie jedermann, alle, auch und besonders die ganz normalen Bürgerinnen und Bürger dürfen sich einbringen und werden gehört; ihre Anliegen haben Gewicht. Und schließlich: In dieser Stadt kommen alle kriminellen Machenschaften an ihr Ende: „Nichts Böses dringt in sie ein, obwohl sie absolut offen ist.“

Sieben Jahre ist’s her, liebe Parkgebetler. Einen Sommer lang haben wir geträumt. Vielleicht nicht gerade davon, dass sich die Modellstadt, die uns der Seher Johannes präsentiert, 1 zu 1 und in Gänze hätte umsetzen lassen in unserem Stuttgart, aber doch die eine oder andere Facette davon. Wir glaubten an Demokratie und unsere Möglichkeiten, die Geschicke der Stadt, in der wir leben, mitbestimmen oder doch beeinflussen zu können. Wir haben davon geträumt, dass ein unsinniges milliardenschweres Prestigeprojekt, das nur wenigen nützt und vielen schadet, nicht gebaut wird. Wir haben davon geträumt, dass unser Schlossgarten mit seinen herrlichen uralten Bäumen stehen bleiben darf und den Bewohnern dieser Stadt Grünoasen und gute Luft erhalten wird, die man atmen kann. Wir haben davon geträumt, dass gemeinnützige Interessen wichtiger gehandelt werden als eigennützige Kapitalinteressen von Finanzeliten. Wir haben davon geträumt, dass wir Lug und Trug und die kriminellen Machenschaften, mit denen das Projekt Stuttgart 21 durchgesetzt werden sollte, die Stirn bieten und ihnen ein Ende bereiten könnten. Wir haben darauf vertraut oder doch gehofft, dass wir gehört werden mit unseren Anliegen und dass unser Einsatz zum Erfolg führt: Erhalt einer lebbaren Stadt für alle, zuallererst und insbesondere für die, die in ihr wohnen und arbeiten. Wir haben davon geträumt und darauf vertraut, dass IRGENDETWAS in unserer Stuttgarter Community mit rechten Dingen zugeht.

Unsere Träume haben sich nicht erfüllt. Weiterlesen

Sommer.Kultur.Demo − Montag, 24.7.2017

Wir feiern − und wenn die Stuttgarter Bürgerbewegung feiert,
ist das zugleich eine Demonstration und ein Kultur-Event.

Herzliche Einladung an alle,
die ein lebendiges Stuttgart wollen!

Wir feiern:
− 7 Jahre „Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21“
− 7 Jahre Mahnwache
− „Abgrundtief und Bodenlos. Stuttgart 21 und sein absehbares Scheitern“,
das großartige neue Buch von Winfried Wolf.

Ab 16.30 Uhr wird die Königstraße zur Bewegungsmeile
− es stellen sich vor:
Aktionsbündnis gegen S21 / AnStifter / attac Schorndorf / BI Neckartor / Capella Rebella / Flüchtlingsrat / Linkes Zentrum Lilo Herrmann / Lokomotive / Mahnwache / Mehr Demokratie / Klima- und Umweltbündnis Stuttgart / Lauras Kings Club / Naturfreunde Radgruppe / Robin Wood / SeniorInnen gegen S21 / S21 ist überall / Stuttgart laufd‘ nai / Umsonst & Draußen u.a.

Um 18.00 Uhr erlebt der Schlossplatz die 378. Montagsdemo,
moderiert von Joe Bauer und Sidar Carman,
mit Reden von: Winfried Wolf (Buchautor), Jürgen Resch (Deutsche Umwelthilfe), Sarah Händel (Mehr Demokratie), Angelika Linckh (Robin Wood), Hannes Rockenbauch (Stadtrat)
und kulturell unterstützt von: Christian Pätzold (Schauspieler), Lenkungskreis Jazz, Capella Rebella und Lokomotive.

Und um 20.00 Uhr im Rathaus die besondere Buchvorstellung:
Winfried Wolf stellt sein neues Buch vor:
„Abgrundtief und Bodenlos. Stuttgart 21 und sein absehbares Scheitern“ − eine brillante Analyse der Geschichte des einzigen Projekts, bei dem eine gigantische Summe dafür ausgegeben wird, eine bestehende Kapazität (hier die des Hauptbahnhofs) zu verkleinern.

Nadelstiche beim Kirchentag

Aktionen gegen Stuttgart 21 gehören seit einigen Jahren zur Begleitmusik des Kirchentags. Auch beim Berliner Kirchentag, der vor kurzem über die Bühne ging, gab es diese:
jeden Tag einen Schwabenstreich am Potsdamer Platz, direkt beim DB-Gebäude.

Es sei daran erinnert, dass der Kirchentag vor zwei Jahren nach Stuttgart gekommen war, ausdrücklich auch wegen des bürgerschaftlichen Engagements gegen Stuttgart 21. Nach dem die Entscheidung für Stuttgart dann gefallen war, hat irgendjemand daran gedreht und dafür gesorgt, dass dieses Thema aus der Agenda des Kirchentags gänzlich verschwand: Nur aufgrund großen Drucks von unserer Seite, gab es wenigstens eine einzige (und bemüht ausgewogene) Veranstaltung zu Stuttgart 21. Ansonsten dröhnendes Schweigen.

Umso wichtiger ist es, dass wir das Thema auf den Kirchentagen nicht ruhen lassen – alle zwei Jahre wieder.

In Berlin war es dieses Jahr keine Massendemonstration – das Thema ist offenbar in Kirchenkreisen gänzlich aus dem Blick. Sondern es war eher die Schar der Unentwegten, die sich hier traf: Sie sorgte für deutlich hörbare Schwabenstreiche. Und: Sie verteilte größere Mengen Informationsmaterial und führte Gespräche mit erstaunten Passant/innen und hoch interessierten Polizeibeamten.

Es war nicht der große Hammer, was da in Berlin geschah. Sondern es waren Nadelstiche gegen Stuttgart 21. Aber Nadelstiche, die deutlich machten:
„Ihr werdet uns nicht los. Wir euch schon.“

Ansprache zum Parkgebet an Himmelfahrt 2017 von Pfr. i.R. Wolfgang Schiegg

Hier: die Ansprache als pdf-Datei

Liebe Parkgemeinde, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter!

Heute findet das Parkgebet nicht an einem normalen Donnerstag statt. Heute ist zugleich Feiertag. Christi Himmelfahrt. Der biblische Hintergrund des Festes ist schnell erzählt: Jesus ist mit seinen Jüngern auf dem Ölberg nahe Jerusalem. Er sagt ihnen den Empfang des heiligen Geistes zu, bestätigt sie als seine Zeugen, wo immer sie leben und – entschwindet vor ihren Augen in einer Wolke zum Himmel. Diese Geschichte markiert das Ende seines diesseitigen, irdischen Lebens.

Mit der Himmelfahrt ist Jesus in eine neue Daseinsweise eingetreten. Die Himmelfahrt erscheint so als seine Thronbesteigung. Er hat nun die Herrschaft über Himmel und Erde übernommen.

Und die Bedeutung von Himmelfahrt für uns?

Christi Himmelfahrt richtet an uns die Frage, wem wir Christen heute die Herrschaft in unserem Leben einräumen wollen, wen und was wir heute für unser Leben als maßgeblich anerkennen wollen und wie Jesus heute für uns zur Autorität werden kann.

 Wer regiert die Welt? Die große ganze und unsere kleine persönliche Welt? Wer hält die Macht in Händen?
Das ist die Kardinalfrage an Himmelfahrt.

 Vor einigen Jahren erschien ein Buch des Journalisten Christian Nürnberger, das dieser Frage nachgeht und viel Beachtung fand. Es trägt den Titel „Machtwirtschaft“. Schon beim Hören des Begriffs erkennt man das Wortspiel: Marktwirtschaft / Machtwirtschaft.

Die Grundbotschaft des Buches lautet, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, wer in den einzelnen Ländern an der Regierung sei, weil die eigentliche Macht längst nicht mehr bei der Politik liegt, sondern in der Wirtschaft. Nicht die Politikerinnen und Politiker regierten unser Land, sondern Unternehmer, Manager und vor allem Großaktionäre. Investoren und Aufsichtsräte dirigierten uns alle, einschließlich unserer Politiker. Das haben auch wir in den letzten Jahren beim Milliardenprojekt S 21 schmerzlich feststellen müssen. Die „Shareholder“, also die Anteilseigner großer Konzerne, und da die oft anonymen Großaktionäre, die niemand namentlich kennt, seien die geheimen Machthaber dieser Welt, nach denen sich alles zu richten habe. Sie seien es auch, die die Politik bestimmten.

 Wer regiert diese Welt?

Dies ist eine politische Frage und zugleich ein Glaubensthema.
Schon allein deshalb, weil diejenigen, die mit ihrer Wirtschaftsmacht die Welt regieren, auf ihre eigene Weise gläubige Menschen sind. Allerdings glauben sie nicht an Gott, sondern an den Markt, an den freien Markt, dem man möglichst freien Lauf lassen müsse. Sie sagen: Würden alle gesetzlichen Einschränkungen aus dem Weg geräumt oder vermieden – etwa ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn, eine höhere Besteuerung von Vermögenden und Unternehmen und eine steuerliche Entlastung der mittleren und niederen Einkommen (im Grunde alles, was eine Marktwirtschaft zur sozialen Marktwirtschaft macht), dann und nur dann werde die Wirtschaft weiter wachsen und unseren Wohlstand sichern, weil die Tüchtigen belohnt würden und davon würden dann auch die weniger Tüchtigen und die sozial Schwachen profitieren. So etwa lautet zusammen gefasst das Glaubensbekenntnis der Marktgläubigen, der heute sog. Neoliberalen. Weiterlesen

Der Berliner Kirchentag und S 21

Vor einigen Monaten, als die ersten Überlegungen zu einem täglichen Schwabenstreich auf dem Berliner Kirchentag anliefen, sagte ein Bekannter zu mir. „Das ist doch völlig überflüssig. Bis dahin ist das doch Stuttgart 21 längst erledigt.“ Leider hat besagter Bekannter nicht recht behalten, sondern der Irrsinn bohrt sich weiter durch den Stuttgarter Untergrund.

Und noch hartnäckiger ist unser Protest dagegen.

Erinnern wir uns an die massive Zensur, die auf dem Stuttgarter Kirchentag ausgeübt wurde.  Hoffen wir, dass sich das  in Berlin nicht fortsetzt. Kirchentag will in seinem Grundgedanken dem Raum geben, was das Kirchenvolk bewegt, und nicht dem, was kirchliche Obrigkeit als zu denken für nötig erachtet.

Daher:
Kommt zum Potsdamer Platz und macht Euren Protest sichtbar und hörbar!

Und an die Bahn-Oberen:  „Ihr werdet uns nicht los – wir euch schon!“

Michael Harr