Ansprache beim Parkgebet am 22.1.2015 zu Mt 5,43 von Pfr. i. R. Friedrich Gehring

Liebe Parkgebetsgemeinde,
kurz vor dem Weihnachtsfest überfielen Taliban eine pakistanische Schule und ermordeten etwa 150 Menschen, vorwiegend Kinder und Jugendliche. In Nordnigeria löschten dieser Tage die Mörder von Boko Haram eine ganze Ortschaft mit 2000 Menschen aus. Die westliche Welt ist entsetzt seit den Mordtaten an 17 Menschen in Paris. Es werden Vorschläge zur Terrorabwehr gemacht. Marine Le Pen von den französischen Nationalisten fordert die Todesstrafe. Sie scheint nicht zu wissen, dass Selbstmordattentäter bei ihren Anschlägen den eigenen Tod in Kauf nehmen. Die deutschen Konservativen rufen erneut nach der Vorratsdatenspeicherung. Sie haben nicht mitbekommen, dass diese in Frankreich praktiziert wird, aber die Morde in Paris nicht verhindert hat. Die EU- Außenminister beraten über eine bessere Zusammenarbeit der Geheimdienste, als wüssten wir nichts über den Verfassungsschutz und den Nationalsozialistischen Untergrund. Ministerpräsident Kretschmann fordert mehr muslimischen Religionsunterricht. Er hat vermutlich nie Ethik bei gewaltbereiten Rechtsradikalen unterrichtet. Als ich vor Jahren in einer solchen Klasse Religionsunterricht hielt, war nicht das Christentum Thema, sondern die Gewalt. Die Schüler waren nicht gewalttätig, weil in der Bibel vom Heiligen Krieg die Rede ist, sondern weil sie Wut angesammelt hatten.

Wie können wir auf die terroristischen Mordtaten als Christen angemessen reagieren? Ich habe als Bibeltext das Gebot der Feindesliebe gewählt und bin mir dabei bewusst, dass dies eine Provokation darstellt. Aber ich stehe zu dieser Provokation. Billiger ist echtes Christentum in der Nachfolge Jesu nicht zu haben. Ich will also ernsthaft der Frage nachgehen, wie heute Feindesliebe gelingen kann. Als erstes fällt mir dazu ein der Satz der damals 17-jährigen Enkelin von Jitzchak Rabin ein nach dessen Ermordung durch einen fanatischen Zionisten. Sie sagte, der Schmerz über den Tod ihres Großvaters sei so groß, dass in ihrem Herzen kein Platz sei für Rache. Nur wenn wir dem Schmerz standhalten und ihn nicht durch Hass und Rache schnell betäuben, werden wir einem schädlichen Aktionismus entgehen. Wir werden stattdessen die Ursachen von Gewalttaten reflektieren können, um das Übel der Gewalt von seinen Wurzeln her zu überwinden.
Als zweites fällt mir dazu ein, was Jesus über den Balken im eigenen Auge sagt, um den wir uns kümmern sollen, bevor wir auf den Splitter im Auge anderer deuten (Mt 7,1-5). Dabei bin ich erinnert an die Feststellung von Jürgen Todenhöfer, dass die Kriege der westlichen Welt in den vergangenen Jahrzehnten Zuchtprogrammen für Terroristen zu vergleichen seien. Nur wenn wir uns bewusst machen, dass die Taliban ursprünglich amerikanische Verbündete waren, als es in Afghanistan gegen die russischen Eindringlinge ging, und dass die Irakkriege die Region so destabilisiert haben, dass die ISIS-Terroristen dort Fuß fassen konnten, erst dann wird unser Aufschrei über die Mordtaten von Paris zu Konsequenzen führen, die den Zulauf für terroristische Gruppen erfolgreich eindämmen. Wenn wir uns eingestehen, dass es in diesen Kriegen vor allem um unser Öl und um unser neoliberales Wachstum ging, dann erst nehmen wir unsere Verstrickung in das Problem des Terrorismus wahr. Jesus warnt uns: „Wer zum Schwert greift, der wird durchs Schwert umkommen“ (Mt 26,52). Das spüren wir jetzt. Und wenn wir auf unseren Schlosspark blicken, können wir dieses Wort Jesu auch hier anwenden: Wer zu Wasserwerfern gegen Kinder greift, wird selbst in Wasserwerferprozessen untergehen, auch wenn Gottes Mühlen und die der Stuttgarter Justiz langsam mahlen.

Was ergibt sich daraus konkret im Blick auf die Terrorismus züchtende neoliberale Politik? Als feindesliebende Christen müssen wir aller selbstgerechten Empörung der westlichen Welt entgegenhalten, was sie selbst zum Terrorismus beiträgt und was sich an unserer westlichen Politik ändern muss. Die vorrangige Option für militärische Problemlösungen muss der Suche nach einem gerechten Frieden weichen. Die wachsende Waffenproduktion und Rüstungsforschung muss in friedliche Produktion und Forschung umgewandelt werden. Die rücksichtslose Gier nach wirtschaftlichem Wachstum, von dem vor allem Reiche profitieren, muss aufgegeben werden zugunsten eines Wachstums an Lebensqualität für alle.
Im konkreten Umgang mit Menschen, die versucht sind, gewaltbereiten Ideologien zu folgen, müssen wir wahrnehmen lernen, was sie auf diesen Weg gebracht hat. Langsam tritt ins öffentliche Bewusstsein, dass französische Dschihadisten vorzugsweise in Gefängnissen von Salafisten für die Sache des Terrors gewonnen werden. Hier gewinnt die Klage Jesu eine aktuelle Bedeutung: „Ich bin gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht“ (Mt 25, 43). Wir denken dabei meist eher an unschuldig Gefangene. Aber gerade auch die schuldig Gefangenen brauchen unsere Zuwendung. Als Jesus sich bei Zachäus eingeladen hat, ist er auch nicht bei einem Unschuldigen eingekehrt (Lk 19,1-10). Jesus sagt uns: „Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken“.

Das müsste schon in unseren Schulen beherzigt werden. Dort wird auch heute vielfach noch aussortiert statt gefördert. In der schon erwähnten Klasse von gewaltbereiten Rechtsradikalen habe ich gelernt zuzuhören. Da habe ich von so mancher auch schulischer Demütigung erfahren, die wütend gemacht hat. Das soll nicht heißen, dass ich die jungen Männer von der Verantwortung freispreche, dass sie es selbst sind, die sich für oder gegen die Gewalt entscheiden. So habe ich Geschichten für sie geschrieben und Filme mit ihnen angeschaut, bei denen die Sackgasse von Hass und Gewalt zu Ende gegangen wurde unter der Frage: Hat sich dein Leben durch Hass und Gewalt verbessert? Ich habe ihnen Alternativen zu Hass uns Gewalt vorgelegt, einige konnten darauf sehr schnell eingehen, bei anderen hat es länger gedauert. Am Ende des Schuljahrs war einer der besonders Gewaltbereiten voll Vorfreude auf den Schluss eines Films, den er kannte und der einen Gewaltexzess darstellte. Als die Szene dann kam, musste er allerdings wegsehen. Er hatte in diesem Augenblick von der Identifikation mit den Gewalttätern zurückgefunden zur Identifikation mit den Opfern. Dies ist für mich der Inbegriff des Auswegs aus der Gewaltspirale.
Wenn ich wie Joachim Gauck diese jungen Rechtsradikalen als Spinner bezeichnet hätte und ihnen auch so begegnet wäre, hätte ich nichts bei ihnen erreicht, sondern sie aufgegeben. Aber die Feindesliebe Jesu gibt nicht auf. Niemals und niemand. Amen.

“Farbe bekennen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit”

Herzliche Einladung zu der Kundgebung
“Farbe bekennen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit”
am Montag, 5. Januar, um 17 Uhr auf dem Stuttgarter Schlossplatz!
(angemeldet ist vorsichtshalber eine Kundgebungszeit von 17 bis 20 Uhr).

Diese Kundgebung wurde ganz kurzfristig angesetzt, weil offenbar die PEGIDA-Bewegung nun auch in Stuttgart Fuß fassen will und dazu eine Kundgebung für denselben kommenden Montag, 19 Uhr in Stuttgart plant.

Die PEGIDA-Aktionen haben äußerlich Ähnlichkeiten mit den Aktionen gegen Stuttgart 21: die “Montags-Demonstrationen” und die Zielrichtung gegen eine “Lügenpresse” und gegen Parteien, die uns verraten (und damit zwar nicht zu einer offiziell beklagten Politik-Verdrossenheit, aber zu einer Politiker-Verdrossenheit beitragen).

Dem steht aber eine grundsätzlich andere Ausrichtung gegenüber: Während die PEGIDA-Anhänger nach “unten” treten (gegen Flüchtlinge, Migranten, Muslime), wenden wir uns ganz bewusst und ausschließlich nach “oben”: Wir klagen die politische und wirtschaftliche Elite an.

Insofern besteht eine innere Verbindung zwischen der Gegnerschaft gegen Stuttgart 21 und der gegen die PEGIDA: Wir setzen uns dafür ein, dass die wirklich Verantwortlichen und die Nutznießer verfehlter Politik zur Verantwortung gezogen werden, nicht deren Opfer.
Wenn es also in der Bevölkerung berechtigte Abstiegsängste gibt und die Sorge, zu kurz zu kommen, dann sagen wir: Lasst eure Sorgen, Opfer zu werden, nicht an den andern Opfern raus, sondern an den Tätern! Die sind nämlich zwar z.B. mühelos in der Lage, Milliarden dafür einzusetzen, um einen der besten Bahnhöfe Deutschlands zu einem leistungsschwachen Kellerbahnhof mit zahllosen weiteren Risiken zusammenzuschlagen. Sie sehen aber angeblich keine Möglichkeit, dass in einem der reichsten Länder der Welt Flüchtlinge in ausreichender Zahl (verglichen mit vielen armen Ländern, die beschämend viel mehr von ihnen aufnehmen) menschenwürdig und mit Zukunftsperspektive untergebracht und versorgt werden.

Deshalb an dieser Stelle auch die Bitte: Unterzeichnen Sie bitte die Petition gegen die PEGIDA und für ein buntes Deutschland:

https://www.change.org/p/1-mio-unterschriften-gegen-pegida-nopegida?utm_source=action_alert&utm_medium=email&utm_campaign=209256&alert_id=fJNiGzXtIQ_o3YlDShn2IWVsiyEwJtZyn83UZ%2FKRhpRD9iuFhEUD0tGyoPD%2F6C6sqevt5dFDr7Y

Martin Poguntke

Predigt zu Lk 2, 1-14 am 26.12.2014 im Stuttgarter Schlosspark von Pfr. i. R. Friedrich Gehring

Die himmlischen Scharen über dem Stall von Bethlehem verkünden Frieden. Das war eigentlich nicht nötig, denn es herrschte kein Krieg. Es war Frieden, allerdings ein ganz bestimmter. Es war der so genannte römische Friede. Sein Grundsatz lautete: “Si pacem vis, bellum infer”, zu deutsch: “Wenn du Frieden willst, trag Krieg ins Land”. Diese Definition von Frieden ist geprägt vom Geist römischer Kolonialherrschaft, die Frieden schafft durch das militärische Niederhalten fremder Völker zum Zweck der bestmöglichen wirtschaftlichen Ausbeutung. Diese Friedensvorstellung prägt seit Jahrzehnten auch die Politik der USA und Putin scheint derzeit von den USA zu lernen. Über die Nato ist Deutschland in diese Machtgier verstrickt. An deutschen Hochschulen wird an neuen Atombomben mitgearbeitet. Auch unsere Kirche trägt ihr Teil bei: Die Befürwortung des Atomkriegs durch unseren Bischof von Keler im Jahr 1983 ist noch nicht bereut. Wenn du Frieden willst, wirf Atombomben aufs Land. In diesem Frieden ist die Ruhe des Bürgers erste Pflicht, er soll sich widerstandslos der Kolonialmacht beugen, dann kann er damit rechnen, „friedlich“ leben zu dürfen.

Aus dieser Sorte Frieden hat einst der Gott Israels seine Kinder in Ägypten befreit und einen neuen Begriff von Frieden geprägt, den Schalom, in dem die Bedürfnisse aller befriedigt werden, nicht nur die der Unterdrücker. Zwar hat sich auch in Israel später eine herrschende Schicht von wirtschaftlich Mächtigen herausgebildet, die Schwächere ausgebeutet haben, aber die vom Gott Israels gesandten Propheten haben immer wieder an den ursprünglichen Schalom erinnert und diesen auch eingefordert. Witwen, Waisen und Fremdlinge wurden als Inbegriff der Schwachen unter den besonderen Schutz der Gemeinschaft gestellt, und Schuldenerlassanordnungen haben die Verarmung einzelner oder ganzer Teile der Bevölkerung ebenso verhindert wie die Monopolmacht wirtschaftlich Übermächtiger.

Diesen Frieden in Verteilgerechtigkeit verkünden die himmlischen Scharen über der Krippe des neugeborenen Jesus. Dieser Friede ist die frohe Botschaft für die Amen, Ausgebeuteten und Unterdrückten. Diesen Frieden feiern wir am Weihnachtsfest. Dieses Feiern ist allerdings kein bloßes frommes Zuschauen, sondern eine Selbstverpflichtung, zu diesem Schalom unseren Teil beizutragen. Was bedeutet das für uns heute und hier im Schlosspark?

Ich denke, wir haben eine spezifische Beziehung zum römischen Frieden, denn wir haben sattsam zu hören bekommen, Ruhe sei unsere erste Bürgerpflicht nach der demokratischen Entscheidung bei der Volksabstimmung über den Finanzierungsbeitrag Landes für Stuttgart 21. Es war zwar keine militärische, aber eine ähnlich schmerzliche Abstimmungsniederlage, nach der wir als Verlierer uns den Siegern beugen sollten, um unsere Ausbeutung durch die Profiteure des Projekts zu akzeptieren. Wenn wir heute den Schalom feiern, den uns das Kind in der Krippe bringen will, dann bedeutet das, dass wir den Scheinfrieden der Ausbeuter weiterhin beim Namen nennen, die Machenschaften seiner Drahtzieher anprangern und die Unsinnigkeiten dieses Projekts öffentlich machen, die von Tag zu Tag immer mehr sichtbar werden. Beim Feiern des Schalom bestärken wir uns gegenseitig in unserem Eintreten für eine gerechtere Welt nicht nur im Blick auf Stuttgart 21, sondern hinsichtlich der Politik insgesamt, die dieses Projekt ersann und durchsetzen will. Wir prangern die tödlichen Risiken dieses Projekts an und verschweigen nicht, dass die Politik des römischen Friedens schon jetzt Opfer fordert, sodass Papst Franziskus feststellen muss: „Diese Wirtschaft tötet“.

Die Welthandelsorganisation WTO behauptet ernsthaft, es sei um des freien Handels und des wirtschaftlichen Wachstums willen nötig, dass Indien die Nahrungsmittelsubventionen für vom Hunger bedrohte Teile der Bevölkerung einstellen muss. Die indische Regierung hat sich glücklicherweise bisher geweigert, dabei mitzumachen. Was ich schmerzlich vermisse ist ein Aufschrei der Weltgemeinschaft gegen dieses Ansinnen der Drahtzieher solcher Abkommen. Hier sind Kräfte am Werk, die ohne jeden Skrupel für angebliches Wirtschaftswachstum über die Leichen der Verhungerten gehen. Entsprechend vermisse ich den Aufschrei in Europa gegen die so genannten Freihandelsabkommen, die angeblich allgemeine Förderung von Wohlstand versprechen, aber tatsächlich die Machtergreifung der internationalen Konzernlobbyisten darstellen, die uns auf unvorstellbare Weise tributpflichtig machen wollen. Die Gesundheitsversorgung, die Bereitstellung von Wasser und Elektrizität soll für alle Zeiten in die Hand von so genannten Investoren kommen, die in Wirklichkeit Ausbeuter sind. Öffentliche Hände sollen die verkauften Unternehmen nie mehr zurückkaufen können. Für alle demokratisch legitimieren Gesetze, die den Profit der Ausbeuter schmälern, sollen Sondergerichte der Konzerne Schadenersatz aus Staatshaushalten beschließen können ohne Einspruchsmöglichkeit bei ordentlichen Gerichten. Die große Koalition propagiert in neoliberaler Verblendung dieses Ermächtigungsabkommen für die Machtergreifung der Konzerne wegen eines angeblich minimalen Wachstums.
Aber wir müssen uns nicht blenden lassen. Wir schauen auf das Kind in der Krippe und seinen Schalom. Wir messen Wachstum am zunehmenden fairen Teilen. Wir leben und arbeiten auf das Reich des barmherzigen Gottes zu, in dem alle satt werden. Wir bleiben nicht ruhig, sondern stehen auf, um diesen Frieden der Ausbeuter zu brandmarken und unseren Glauben an den Schalom Jesu zu bekennen. Das Kind in der Krippe schenke uns den Mut und die Ausdauer dazu. Amen.

Weihnachts-Gottesdienst im Park

Welchen Frieden bringt das Kind in der Krippe?

Herzliche Einladung
zu einem Weihnachts-Gottesdienst
in Stuttgart, im Mittleren Schlossgarten (Nähe Lusthausruine),
Liturgie: Eberhard Dietrich; Predigt: Friedrich Gehring

am 2. Weihnachtstag (26.12.2014) um 11 Uhr

So sah es Weihnachten 2010 aus:
WeihnachtsGD_31

Damit wir klug werden – Thomas Felder synchronisiert Grube

Wunderbar, wie Thomas Felder hier den echten Worten des Bahnchefs Rüdiger Grube  (Minute 0:57 bis 1:17) verschiedene neue Texte unterlegt!

(Man beachte die originale(!) Lüge, durch S21 würden 100 Hektar Park geschaffen. Denn falsch ist 1., dass durch S21 überhaupt 100 Hektar Fläche frei werden – es sind nur ca. 15 Hektar, denn der Rest könnte auch bei Erhalt des Kopfbahnhofs frei gemacht werden; und falsch ist 2., dass die frei werdende Fläche womöglich komplett zu Park verwandelt werde, denn das allermeiste wird bebaut werden oder ist schon bebaut worden (LBBW; Bücherknast, Müllaneo…), und nur ein ganz kleiner Teil wird zu Park – angeblich 20 Hektar (von denen man ein Gutteil wieder abziehen muss, für an anderer Stelle wegen S21 zerstörtem Park). Wenn’s überhaupt wahr ist, denn eine vertragliche Verpflichtung dafür gibt es nicht – und wer wird City-Flächen mit einem Quadratmeterpreis von mehreren Tausend Euro so mal eben zu Park machen?)

Nach den Worten des methodistischen Pastors Bauder, ein Projekt wie S21 benötige besonders den Segen Gottes (ohne zu fragen, ob ein zerstörerisches Lügenprojekt auf diesen Segen überhaupt hoffen darf), folgt das von Thomas Felder extra zur Kirchentagslosung komponierte Lied “Damit wir klug werden” zu Bildern von Geistlichen, die das Projekt, die Ausführenden oder die Heilige Barbara segnen, von Projekt-Betreibern und -Bewunderern und von diversen Baustellenansichten. Sehr hörens- und sehenswert!

Kreuz und Kommerz

Ich frage mich:
Darf in einem Gottesdienst das Kreuz so eingerahmt von kommerzieller Werbung stehen?
Ist die katholische Kirche von allen guten Geistern verlassen?
Ist das nur geschmacklos oder Gotteslästerung?
Wie distanzlos darf Kirche zur Macht sein?
Üble Assoziationen an vergangene Zeiten steigen in mir auf…

Barbara-Feier am 4. Dezember 2014 im S21-Steinbühltunnel bei Hohenstadt:

Kreuz und Kommerz

Martin Poguntke

250. Montagsdemo: 8.12.2014, 18.00, Hauptbahnhof

Herzliche Einladung zur sage und schreibe
250. Montagsdemo
am kommenden Montag, 8. Dezember 2014 um 18 Uhr
vor dem Hauptbahnhof.

Ein guter Grund, mal wieder Nachbarn und Freundinnen, Kinder und Kegel mitzubringen, um zu zeigen: Wir sind noch da, und wie!

Sprechen werden: Volker Lösch (Theaterregisseur), Walter Sittler (Schauspieler), Tiziano Cardosi (Bahnhofsvorsteher, Florenz a.D.) und Egon Hopfenzitz (Bahnhofsvorsteher, Stuttgart a.D.)
Musik macht: Lenkungskreis Jazz
Es moderiert: Hannes Rockenbauch (Stadtrat, Stuttgart)

Die Stadt Stuttgart hat zwar untersagt, dass diese Demonstration auf der Schillerstraße stattfindet. Aber das Stuttgarter Verwaltungsgericht hat unserem Eilantrag stattgegeben: „Vor dem Hintergrund, dass die grundrechtlich garantierte Versammlungsfreiheit auch die Wahl des Versammlungsortes umfasse und Verkehrsbeeinträchtigungen, die sich wie bei nahezu jeder Versammlung zwangsläufig aus der Inanspruchnahme öffentlicher Verkehrsflächen für Versammlungszwecke ergäben, grundsätzlich hinzunehmen seien, sei dem Interesse des Antragstellers im Rahmen der vorzunehmenden Gesamtabwägung im Falle dieser besonderen Jubiläumsveranstaltung der Vorrang einzuräumen.“ (http://vgstuttgart.de/pb/,Lde/250_+Montagsdemonstration+gegen+Stuttgart+21+am+08_+Dezember+2014+darf+auf+dem+Arnulf_Klett_Platz+und+in+der+Schillerstrasse+stattfinden )

Wenn auch die Stadt Stuttgart inzwischen Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim angekündigt hat, gehen wir davon aus, dass auch dort ein Grundrecht höher gewertet wird als das Recht auf fließenden Verkehr.

Der Marktplatz fällt jedenfalls wegen des Weihnachtsmarkts als Versammlungsort aus. Und für die Lautenschlagerstraße (direkt gegenüber dem Bahnhof), die uns die Stadt für die Kundgebung zuweisen möchte, gibt es inzwischen eine Personenstromanalyse, die massive Sicherheitsprobleme deutlich macht: Die U-Bahn-Abgänge lassen zusammen mit der Kundgebungsbühne im Panikfall keine sichere Fluchtmöglichkeit frei (http://youtu.be/dlAd-30PmSY).

Also: Wir sehn uns Montag vorm Hauptbahnhof! Und jeder bringt noch jemand mit…