Brief 1 / Stuttgart 21 und der Kirchentag

In loser Folge wollen wir die in den nächsten Monaten die Vorbereitung und die Durchführung des Stuttgarter Kirchentags aus der Sicht des Widerstandes gegen Stuttgart 21 kommentieren. Hierzu kommt heute „Brief 1 / Stuttgart 21 und der Kirchentag“

Im kommenden Jahr ist der Kirchentag in Stuttgart geplant, der alle zwei Jahre in wechselnden Städten Deutschlands stattfindet und evangelische Christ/innen und andere Mitmenschen aus aller Welt in großer Zahl zusammenführt.

Nun war 2011 eine wesentliche Begründung dafür, die Einladung zum Kirchentag 2015 nach Stuttgart anzunehmen, der massive bürgerschaftliche Protest gegen das Bauprojekt von Stuttgart 21. Diese Begründung wird darum hier wiedergegeben:

„Die Stadt des 35. Deutschen Evangelischen Kirchentages hat während der zurückliegenden Monate im Streit um das Projekt „Stuttgart 21“ neue Formen offener und öffentlicher Debatte erlebt. Nachhaltiger Protest und zivilgesellschaftliches Engagement haben eine landesweite Diskussion über die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Entscheidungen in der Demokratie ausgelöst. In diesem Kontext hat der Kirchentag die Einladung nach Stuttgart besonders gern angenommen.“

Uns erscheint es wichtig, dies immer wieder in Erinnerung zu rufen und darauf deutlich hinzuweisen.

Nun ist bemerkenswert, dass es zwar einen vom Landesbischof eingesetzten Lenkungskreis für den Kirchentag gibt, an dem jedoch niemand beteiligt ist, der nach unserer Kenntnis im Widerstand gegen S 21 engagiert ist. Es wurde jedenfalls der christlich motivierte Widerstand, etwa der Theolog/innen gegen S 21“ nicht zu diesem Lenkungskreis eingeladen.

Hingegen wird der Stuttgarter Kirchentag verbunden mit dem evangelikal-pietistischen „Christustag“. Wir haben ja nichts gegen den Christustag, wir sind gegen Stuttgart 21, aber wir fragen schon, wer diese Änderung der Ausrichtung des Stuttgarter Kirchentags von einer bürgerschaftlich-zivilgesellschaftlichen Thematik hin zu einer pietistischen Großveranstaltung zuwege gebracht hat. Ob wir darauf jemals eine Antwort bekommen werden?

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2 Antworten zu “Brief 1 / Stuttgart 21 und der Kirchentag

  1. Von Anfang habe habe ich mich darüber aufgeregt, dass Kirche den Aufstand nutzt aber gleichzeitig -typisch in ihrer Geschichte- mit den Mächtigen kuschelt!!! oben auf der Bühne Gauck, Kretschmann, Kuhn , Strobele, Rülke und co… und unten das Fussvolk, und ganz weit in eine Sonderecke die Aufständischen? mit denen man sein good-washing brüsten kann? (so wie es Kirche seit Jahrhunderten macht?)

    Ich bin immer immer wieder dafür eingetreten: Menschen muessen für sich selber eintretetn, d.h. es muss einen Christentag selber machen geben… die Kirchen haben in ihrer Geschichte und hier auch in Schtuttgart erfahrbar immer den Weg der Macht mitgemacht!! mitgetötet, mitgehetzt….

    mein Vorschlag:
    einige Tage vorher 1-2 Tage Mut/WutBürger-tage!
    Christlichen MorgenDämmerung:
    Wie wollen wir Menschen morgen zusammenleben: Philosophie, psychologie, ökologie, Ökonomie, Menschlich, natürlich, tierisch,
    alle für einen, einer für alle oder neol-liberal und marktkonform: alle für einen und der nur für sich selbst:
    Christliche Bürgertage für Bürger von Bürgern!
    Themen die uns unter den Nägeln brennen!

  2. Je höher die Kirchenetage, desto weniger Zivilcourage? Muss ich das so sehen? Je höher der Posten,desto weiter entfernt vom betroffenen Bürger und je kuscheliger mit den oberen HERRschaften?
    Ich hatte in einer meiner Einlassungen das Thema Zivilcourage.
    (Zitat Anfang)
    „Zivilcourage-Zivile Aktionen-
    …Auswirkungen fehlender Zivilcourage in der Wirtschaft auf unser Leben:
    …….
    -Vertreter von Organisationen der Zivilgesellschaft (Umweltverbände wie NABU) haben oft Angst ihre wirtschaftlichen Förderer zu verlieren. Deshalb schweigen sie häufig. Lieber Reparaturarbeit leisten, als langfristige Veränderungen anzugehen. Hier klar ersichtlich – seit ca. 2011 hilft z. B. der NABU nicht mehr aktiv gegen diese Zerstörung von Stuttgart 21 – keine einzige kritische Äußerung zu den bereits begonnenen massiven Zerstörungen im Rosensteinpark.
    -Kirchenvertreter: Der Geldmangel hält sie oft zurück, mutig ihre Stimme zu erheben.
    -Vertreter von Universitäten und Hochschulen nehmen immer mehr die Interessen der Wirtschaft wahr, weil sie sich sonst nicht ausreichend finanzieren können…
    -Medienvertreter werden nicht selten indirekt von der Wirtschaftslobby kontrolliert und somit wird die Freiheit der einzelnen Journalisten beschnitten. ..Im Sternbericht: Schwäbischer Filz sind die Verstrickungen bestens beschrieben. http://www.stern.de/politik/deutschland/medien-und-stuttgart-21-fahrt-auf-schwaebischem-filz-1611232.html
    Wir Aktivisten fungieren mit zivilen Aktionen als Indikator für Probleme, die nicht übergangen werden dürfen…….. (Zitat Ende)

    So wie die Kirchenoberen sich beim Kirchentag verhalten, geht Kirche jedenfalls nicht! Sie verraten in meinen Augen die tapfer kämpfende Kirchenbasis, egal ob bei S21,oder in der Pflege usw. Die Basis badet den Mist aus,den genau die „oberen Herrschaften“ verbockt haben. Dabei ist es völlig unerheblich,ob der Mist aktiv gestreut wurde oder ob stillschweigend zugesehen wird.

    Naja, unsere Bewegung ist bekannt dafür,dass wir uns nicht stillschweigend ins Abseits drängen lassen. Wir werden garantiert mit bunten Bannern, Flyern,Reden etc die Finger in die Wunden legen-darauf können sich die KirchenOBEREN verlassen:-)

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