Predigt zur „Tunneltaufe“ am 21.3.2014 am Nordbahnhof – von Pfr. i. R. Friedrich Gehring – Was ich als christlicher Pfarrer dort verkündigen würde

Liebe Festgäste,
bei Taufen werden Menschen in die christliche Kirche aufgenommen. Ein Tunnel kann natürlich nicht in die Kirche aufgenommen werden, aber diese Tunneltaufe ist offenbar nötig, um dieses Bauwerk in unsere Gesellschaft aufzunehmen, trotz des Widerstands im Volk.
Für nicht wenige Menschen in unserem Land hat das Bauen an diesem großen Bahnprojekt eine große Verheißung: Es wird Wachstum in unsere Region bringen und damit eine Mehrung unseres Wohlstands. Unsere für die Richtlinien der Politik zuständige Kanzlerin Merkel hat es auf den Punkt gebracht, indem sie mit eben diesem Projekt Stuttgart 21 die Schicksalsfrage verband, ob in Deutschland künftig noch Großprojekte möglich sind oder nicht. In ihrer Sicht entscheidet sich an diesem Bauwerk, vor dessen Teilabschnitt wir hier stehen, die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands.
Ziemlich genau diese Hoffnung verband sich auch mit dem Bau des Atomkraftwerks Kalkar am Niederrhein vor etwa 40 Jahren. Die Atomenergie erschien als der Schlüssel für die Zukunft. So wurde der schnelle Brüter für Milliarden D-Mark gebaut, lieferte aber nie auch nur ein Kilowatt Strom, weil während des Baus erkennbar wurde, dass diese Technologie zu gefährlich war. Heute ist das Atomkraftwerksgelände ein Vergnügungspark. Es ist das große, epochale, bleibende Verdienst unserer Kanzlerin Merkel, dass sie nach der Katastrophe von Fukushima als gelernte Naturwissenschaftlerin die Umkehr aus der Atomindustrie gewagt hat.
Auch beim Projekt Stuttgart 21 haben sich seit der Planung völlig neue Gesichtspunkte ergeben: Es gibt inzwischen Wendezüge, der Tiefbahnhof schafft nicht mehr Züge als der Kopfbahnhof, von den versprochenen Arbeitsplätzen entsteht nur ein Bruchteil, der Grundstücksverkauf bezahlt den Tiefbahnhof mitnichten, das Projekt ist unwirtschaftlich, der Fildertunnel ist nicht schnell genug entrauchbar, der Tiefbahnhof bei Panik zu eng, beide werden bei einem Brand tödliche Fallen. So wird verständlich, dass Papst Franziskus mahnt: „Diese Wirtschaft tötet“. Alles in allem: Die Bahnführung würde mit dem Wissen von 2013 das Projekt nicht mehr beginnen. Kann es so Deutschlands Zukunft sein?
Die zentrale Botschaft Jesu war: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“ (Mt 4,17). Buße heißt Umkehr. Wenn wir die Botschaft Jesu ernst nehmen, dann müssen wir immer offen bleiben dafür, einen falschen Weg einzugestehen und neue Wege zu beschreiten, wie wir das bei der Atomkraft tun. So müssen wir offen sein für die Möglichkeit, dass dieser Tunnel, nachdem er fertiggestellt ist, z. B. zum Züchten von Pilzen dient, weil das Projekt Stuttgart 21 zu teuer und zu gefährlich ist, so wie der schnelle Brüter von Kalkar nun als Freizeitpark die Besucher erfreut.
Das Reich des barmherzigen Gottes ist nicht gleichzusetzen mit wirtschaftlichem Wachstum um jeden Preis. Im Reich Gottes geht es um das Wachstum der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit. In diesem Sinne wünsche ich dem Tunnelbauwerk, dessen Beginn wir heute feiern, dass alle Arbeiter an diesem Bau immer einen gerechten Lohn empfangen mögen und ihre Arbeit ohne Unfälle zu Ende bringen können. Amen

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12 Antworten zu “Predigt zur „Tunneltaufe“ am 21.3.2014 am Nordbahnhof – von Pfr. i. R. Friedrich Gehring – Was ich als christlicher Pfarrer dort verkündigen würde

  1. Sehr geehrter Herr Gehring,

    aus gutem Grund werden auch Pfarrer bei Erreichen eines gewissen Lebensalters in den Ruhestand versetzt, dies ggf. auch, um diese und die Gesellschaft voreinander zu schützen, soweit dies eben erforderlich werden könnte.

    Eine Taufe ist das, was man schlechthin davon hält, der Begriff ist in keiner Weise geschützt.
    So gibt es eben auch Schiffstaufen, Äquatortaufen, Buchdrucker-Taufen (Gautschen) und viele andere Taufen, z.B. eben auch Tunneltaufen.

    Die Kirchen und Sie haben keinen exklusiven Anspruch auf diesen Begriff.

    I.Ü. schafft der Tiefbahnhof auch nach Feststellung des MVI mehr Züge, als der Sackbahnhof, Sie sollten sich einfach mal informieren.

    Wo konkret werden denn beim Bau von S 21 Billiglöhne gezahlt?

    Wo sollte es denn Todesfallen geben?

    Wehalb sollte der Fildertunnel denn nicht entrauchbar sein?

    Warum tun Sie denn nicht endlich mal Buße und kehren um, da Sie sich auf dem falschen Weg befinden?

  2. friedrichgehring

    Lieber Herr Johannes,
    beim Eintritt in den Ruhestand bleiben Pfarrer Teil der kirchlichen Dienstgemeinschaft und leisten aufgrund ihrer jahrzehntelangen Berufserfahrung wichtige Dienste. Sie scheinen noch zu jung zu sein, um die Erfahrung gemacht zu haben, dass es in den besten Familien vorkommt, dass der Opa der Jüngste ist. Um Ihnen meine jugendliche Beweglichkeit unter Beweis zu stellen, tue ich Buße: Ich habe am 24.2.2014 von jemand, der auf allen S 21-Baustellen Zutritt hat, verlässlich von etwa 30 Arbeitern aus dem rumänisch-bulgarischen Bereich erfahren. Ich habe mich nicht nach dem konkreten Lohn erkundigt und in meinem jugendlichen Leichtsinn nur unterstellt, sie würden branchenüblich schlecht entlohnt. Ich streiche deshalb die Billiglohnbehauptung aus meiner Predigt.
    Was den Begriff Taufe anlangt, sollten Sie nochmals den Text meiner Predigt nachlesen: Ich behaupte nicht, dass es keine Schiffstaufen gibt, ich stelle lediglich fest, dass Tunnel nicht in die Kirche aufgenommen werden können, was Sie auch gar nicht bestreiten. Ich unterstelle ja ausdrücklich, dass Tunnel in die Gesellschaft aufgenommen, wenn Sie so wollen, getauft werden können. Aber den Fildertunnel z. B. anzunehmen ist eben sehr schwierig. Wahrscheinlich sind Sie noch zu klein gewesen und haben deshalb nicht mitbekommen, was einst im Tunnel der Standseilbahn in Kaprun passiert ist. Natürlich kann auch der Fildertunnel entraucht werden, aber Sie sind wohl noch zu jung um sich vorstellen zu können, wie lange es braucht, bis der Rauch aus einem viele Kilometer langen Tunnel abgezogen ist und wie schnell Menschen in diesem Rauch ersticken – ich musste 2004 vor dem Rauch aus meinem brennenden Haus fliehen. Wenn Sie sich im Internet einmal den Brand einer Elektrolok mit ihren Mengen an Transformatorenöl angesehen haben, werden Sie sicher verstehen, warum Fachleute in diesem Tunnel eine Todesfalle erkennen. Ich selbst will aber auch Buße tun und ändere meine Behauptung: Der Fildertunnel ist nicht schnell genug entrauchbar.
    Was die Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs anlangt, so sollten Sie sich mit dem Gutachten von Herrn Engelhardt vertraut machen, der nachweist, dass der Tiefbahnhof von vorneherein für nur 32 Züge in der Spitzenstunde konzipiert wurde. Die Bahn hat nach der Veröffentlichung dieser Untersuchung angedroht, Herrn Engelhardt wegen dieser Behauptung zu verklagen. Er wartet noch heute darauf. Sie sollten die Bahn auffordern, diese Verleumdungsklage anzustrengen, damit gerichtlich festgestellt wird, wer von uns beiden „auf dem falschen Weg“ ist.
    Mit freundlichen Grüßen
    Friedrich Gehring

  3. Lieber friedrichgehring,

    wer will denn den Tunnel in die Kirche oder die Gesellschaft aufnehmen?
    Ein Tunnel bleibt eine Sache und erhält hier lediglich einen Namen., wie eben auch ein Schiff.

    In diesem Zusammenhang findet ein Gottesdienst statt.
    Worin sollte da ein Problem bestehen?

    Schiffe werden übrigens auch nicht in die Kirche oder der Gesellschaft aufgenommen.

    Was soll also die künstliche Erregung?

    Wenn Sie hier über Kaprun fabulieren, zeigen Sie ganz deutlich, dass Sie von der Materie leider gar nichts verstehen. Dort herrschten Verhältnisse, welche mit dem Fildertunnel oder jedem anderen Eisenbahntunnel in keiner Weise vergleichbar sind.

    Welche Fachleute sprechen denn tatsächlich von „Todesfallen“?

    Ich lese derartige Behauptungen nur in den Verlautbarungen von Laien.

    Tatsächlich steigt Rauch regelmäßig nach oben.
    Selbst wenn also einmal eine Lok brennen sollte und es tatsächlich einmal erforderlich sein sollte, die Reisenden im Tunnel zu evakuieren, würden diese sich mehrere Meter unterhalb dieses Rauches bewegen.

    Wahrscheinlich sind Sie schon zu alt, dies zu verstehen.

    Ich wurde während meiner Armeezeit übrigens auch in der Brandbekämpfung ausgebildet.

    Herr Engelhardt behauptet leider immer noch seine Unwahrheiten und findet mit seinen Behauptungen nicht einmal beim MVI Gehör, sondern allein auf weiter Flur.

    Alle Fachleute, welche sich mit dessen Geschichten einmal befasst haben, schüttelten den Kopf. KEINER nimmt diese Behauptungen ernst oder hält es erforderlich, sich damit weiter zu befassen.

    Die Bahn hat sich zu diesen Behauptungen bereits vor Jahren erklärt.
    Weshalb sollte diese gegen Engelhardt gerichtlich vorgehen müssen?

    Das Internet ist voll von Verschwörungstheorien und Spinnereien jeder Art und Güte.
    Da hat eine Internetseite mehr oder weniger doch keine Bedeutung.

    Strafrechtlich relevante Verleumdungen liegen ggf. gar nicht vor, da solche u.a. wider besseres Wissen verbreitet werden müssten.

    Wenn Engelhardt nun aber an seine Theorie glaubt, ist dies eben nur eine strafrechtlich nicht relevante Spinnerei, welche durch das Recht der Meinungsfreiheit geschützt werden.

    Selbst wenn der neue Bahnhof tatsächlich nur 32 Züge (32 Ankünfte und 32 Abfahrten) abfertigen könnte, was durch den Stresstest längst widerlegt wurde, wären dies mehr, als der Sackbahnhof zu leisten vermag.

    Dass Sie nun als in den Ruhestand versetzter Pfarrer wichtige Dienste leisten, kann ich bisher leider nicht erkennen, ggf. könnten Sie das ja noch etwas erläutern.

  4. friedrichgehring

    Lieber Johannes,
    bleiben wir doch bei der Sache: Ich predige nicht von Schiffstaufen, sondern davon, dass der schnelle Brüter in Kalkar nicht als Kernkraftwerk, sondern als Vergnügungspark gesellschaftlich angenommen wurde, und dass bei den Tunnelbauwerken geklärt werden muss, ob sie als Eisenbahntunnel oder Pilzzuchttunnel angenommen werden. Entscheidend ist dabei, ob die S 21-Tunnel Todesfallen werden können. Die Gefahren sind nicht ausgeräumt, wenn Sie nur bei Laien darüber nachlesen. Es wäre wichtig, dass Sie erläutern, wie Sie nach Ihrer Brandbekämpfungausbildung während Ihrer Armeezeit in einem kilometerlangen Tunnel Menschen evakuieren wollen, während eine Elektrolok brennt. Dazu sollten Sie sich kundig machen, wieviel Transformatorenöl in einer solchen Lok ist und was Feuerwehrleute zu den Möglichkeiten einer Loklöschung unter Strom festgestellt haben, ganz ohne Verschwörungstheorien. Gut wäre auch, wenn Sie den Unterschied zwischen Kaprun und dem Fildertunnel erläutern könnten, auch in Kaprun galt ja, dass Rauch aufsteigt. Ich bin sehr gespannt auf Ihre fachkundigen Ausführungen.
    Warum die Bahn zunächst angekündigt hat, Engelhardt zu verklagen und es dann doch nicht getan hat, kann ich Ihnen nicht erklären. Wenn Sie nicht selbst ahnen, warum, sollten Sie bei der Bahn nachfragen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Friedrich Gehring

    • Lieber friedrich gehring,

      Sie zeigen ja leider auch, dass Sie sich mit dem Brandschutz selbst noch nicht vertraut gemacht haben.

      Es kommt hierbei nicht auf die Länge des Tunnels an, sondern darauf, wie weit es zum nächsten Querstollen ist, ein solcher wird nicht weiter, als 250 m entfernt sein. Durch die 2. Tunnelröhre können die Reisenden dann problemlos evakuiert werden.

      Wie lange die Feuerwehr dann ggf. noch benötigen würde, die Lok zu löschen – ggf. wird diese dann ja erst mal aus dem Tunnel gezogen oder geschoben, spielt dann gar keine Rolle mehr.

      Wenn Sie in Physik etwas aufgepasst und etwas praktische Lebenserfahrung hätten, würden Sie übrigens von selbst erkennen, dass die örtlichen Verhältnisse in

      Kaprun (Neigungswinkel des Tunnels 43 Grad)
      Kamineffekt, Tunneldurchmesser 220 cm

      mit dem Fildertunnel

      Neigungen zwischen 4 Promille und 25 Promille,
      Tunneldurchmesser zwischen 880 cm und 940 cm

      nicht vergleichbar ist.

      Da deutlich wurde, dass Engelhardt ggf. tatsächlich an seine Geschichten glaubt, also nicht wider besseres Wissen Unsinn verbreitet und damit auch keinen Schaden anrichtet, sah man von entsprechenden Maßnahmen eben ab.
      Hier schützt Torheit Engelhardt tatsächlich vor Strafe.

      • friedrichgehring

        Lieber Johannes,
        ganz herzlichen Dank für die fachmännischen Ausführungen. Es bleiben dennoch für mich offene Fragen zurück.
        1. Bei meinem Kachelofen kommt es darauf an, dass der Kamin möglichst hoch ist, je höher, desto mehr Zug. Damit käme es doch auf die Länge des Tunnels an.
        2. Wenn ich zu viel Holz auflege, kommt es – vor allem bei schwachem Zug wie im flachen Fildertunnel – zu Verpuffungen, da schlagen ganz schöne Flammen aus dem Ofen. In Kaprun waren es ein paar Öltropfen auf einem Heizlüfter, wie viel Öl ist in einer ICE-Lok, welche Temperaturen werden dabei erzeugt und welche Verpuffungen ergeben sich ab welcher Menge Öl und ab welchen Temperaturen?
        3. Wieviel Sauerstoff bleibt bei einem E-Lokbrand in einem Tunnel zum Atmen auf dem Fluchtweg.
        4. Bei der hohen Steigung in Kaprun hätte doch der Rauch noch viel schneller abziehen müssen als im flacheren Fildertunnel.
        5. Wie lange brauchen ein paar hundert Fahrgäste „problemlos“ zum bis zu 250 m entfernten Querstollen, wenn die hintere Lok eines ICE brennt, der Rauch den gesamten Zug umhüllt und den Fluchtweg nach oben füllt – nach unten kommt wohl niemand an der Lok vorbei? (Die Frischluft wird von unten nachgezogen, Rauch bzw Kohlendioxyd steigen nach oben)

        Noch zu Engelhardt: Wenn er ungefährliche Torheit redet, warum wurde dann mit Klage gedroht? Wird er nicht gefährlich, wenn ein Gericht seiner Torheit glaubt?

        Mit freundlichen Grüßen

        Friedrich Gehring

        • lieber friedrich gehring,

          sollte Ihr Kamin ein Gefälle wie der Fildertunnel haben, also neben Ihrem Haus auf dem Grundstück liegen, wäre es egal, wie lang dieser ist, einen Kamineffekt würden Sie nicht erzielen können.

          Allerdings ist es sowieso fraglich, ob man Sie bei Ihrer Unkenntnis überhaupt mit offenem Licht hantieren lassen sollte.

          Da verwundert es auch nicht, dass Sie vor ein paar Jahren aus Ihrem brennenden Haus flüchten mussten.

          Für Sie wäre da eher eine Fernheizung zu empfehlen.

          Bei einem Gefälle von max. 25 Promille (2,5 Grad) gibt es praktisch kein oben oder unten. Es füllt sich also auch kein Fluchtweg nach oben, der Rauch füllt allenfalls den oberen Teil des Tunnels.

          Da Sie hier derart unfähig argumentierten, dass es für Sie immer peinlicher wird, sollten Sie sich ggf. einfach mal z.B. von einem Pfadfinder
          die grundlegenden Dinge erklären lassen, Ihnen das kleine 1 x 1 zu erklären, fühle ich mich nicht berufen.

          • friedrichgehring

            Lieber Johannes,
            dieser Blog ist für Argumente eingerichtet worden, nicht für Diffamierungen. Wenn Sie weiter derart beleidigend schreiben, können Ihre Beiträge nicht mehr freigeschaltet werden. Sie müssen mir nicht erklären, wie Pfadfinderfeuer gemacht werden, Sie sollten sich endlich die Frage beantworten, was bei einem E-Lok-Brand in einem Tunnel passiert. Das ist kein Pfadfinderfeuerchen, bei dem sich ein wenig Rauch an der Tunneldecke sammelt, vor allem dann, wenn – wie sie endlich richtig feststellen – kein Kamineffekt auftritt, der die Rauchgase abführen könnte. Beim Brand in meinem Haus hatten sich Wespen in einen kleinen Ventilator im oberen Teil des Wintergartens eingenistet. Als ich zum Löschen den Verschlag öffnen wollte, kam der Rauch so schnell von der Decke, dass ich umgehend fliehen musste. Was ist ein kleiner Rohrventilator gegen eine E-Lok? Weil Sie sich hartnäckig weigern, sich das Inferno vorzustellen, werden Sie diffamierend. Aber mit Scheuklappen werden Probleme nur geleugnet, nicht gelöst.
            Mit freundlichen Grüßen
            Friedrich Gehring

  5. Du liebe Güte!! Das ist ja grauenhaft, was „Johannes“ hier für einen ignoranten Schwachsinn verzapft. Er hat ja echt von nichts eine Ahnung. Lieber Herr Gehring, ich bitte Sie inständig: Beenden Sie umgehend die „Diskussion“, in die er sie verwickelt. Mit solchen unverbesserlichen Querulanten kommt man nie auf einen grünen Zweig, weil es ihnen nie um die Sache, sondern einzig und allein ums Rechthabern um jeden Preis geht, wobei ihnen jedes Mittel recht ist einschließlich persönlicher Diffamierung und Beleidigung. Also: Aufhören! Subito! Die Lebenszeit, die man dafür einsetzt, sich mit so jemanden zu beschäftigen, ist einfach zu schade! 🙂

    • friedrichgehring

      Liebe Juliane M.,
      ich habe mich auf die Debatte mit Johannes eingelassen, weil sie für mich die Handlungsebene meiner Predigt darstellt, die geduldige Überzeugungsarbeit bei unseren Gegnern in der Sache. Deshalb war für mich die erhebliche Zeit, die ich Johannes gewidmet habe, nicht zu schade, denn es war auch für mich ein Lernprozess: Die Sache mit den 250 m zum Querstollen hätte ich vorher nicht gewusst, und dass Johannes der Frage nach der Menge des Öls in E-Loks ausweicht, zeigt mir, worauf ich in künftigen Debatten abheben muss. Seine Diffamierungen sind für mich seine argumentative Bankrotterklärung, die mir zeigt, dass ich die Sackgasse seines Wegs mit ihm zu Ende gegangen bin.
      Herzlichen Gruß
      Friedrich Gehring

  6. Martin Poguntke

    Bevor hier eine Falschinformation die Runde macht:
    Die Rettungsstollen im Fildertunnel sind NICHT im Abstand von 250 Metern geplant. Sie waren ursprünglich auf 1000 Meter Abstand geplant. Das Eisenbahnbundesamt hat aber 2009 gefordert, dass sie in 500 Meter Abstand zu bauen sind (Eurotunnel: 375 m, Gotthard-Basis-Tunnel: 325 m, Guadarrama-Tunnel (Spanien): 250 m). Die Zahl 250 Meter beim Fildertunnel rührt daher, dass die Bahn argumentiert, bei einem Abstand von 500 Metern sei es nie weiter als die halbe Strecke zum nächsten Rettungsstollen.
    Das stimmt aber nur, wenn der kürzere Weg zum Rettungsstollen Richtung Tal liegt, also in die Richtung, in die (nach einiger Zeit) nicht Rauch und Hitze des Brandes ziehen. Sonst muss man den längeren Weg nehmen.
    Brennt die Lok in direkter Nähe zu einem Rettungsstollen, ist dieser nicht erreichbar, und der Weg zum nächsten erreichbaren Rettungsstollen beträgt die ganzen 500 Meter.
    Brennt die Lock auf der Talseite des Zuges, gibt es nur(!) den Fluchtweg bergauf (weil man an der Lok nicht vorbeikommt), in die Richtung also, in die auch Rauch und Hitze ziehen, sobald durch die Hitze genügend Thermik entstanden ist. Alle (bis zu) 800 Fahrgäste eines Zuges müssen die 500 Meter also schneller schaffen als Rauch und Hitze.
    Die Verbindungstüren zum Rettungsstollen sind zwingend so gebaut, dass die Zugangstür von der einen Seite und die Zugangstür von der Nachbarröhre nicht gleichzeitig offen sein können (weil sonst der Rauch auch in die Nachbarröhre zieht). Das heißt: Wenn die Schleuse zwischen beiden Türen mit Flüchtenden voll ist (maximal 100 Personen), muss der letzte Flüchtende es schaffen, die hinter ihm liegende Tür gegen die nachdrängenden Flüchtenden zu schließen, damit die Flüchtenden auf der anderen Seite überhaupt in die Nachbarröhre gelangen können. Und erst, wenn diese die zweite Tür wieder hinter sich geschlossen haben, ist auf der Brandseite die Tür wieder zu öffnen für die nächste Gruppe von Flüchtenden.
    Wenn es so dann doch einige Flüchtende in die Nachbarröhre geschafft haben sollten, müssen sie hoffen, dass aus dem brennenden Zug noch so rechtzeitig die Mitteilung an die nächste Leitzentrale abgesetzt werden konnte, dass ein etwaiger Gegenzug angehalten werden kann. Sonst werden sie – weil der Tunnel noch enger geplant ist als übliche Tunnels – vom Gegenzug überrollt.
    Deshalb sollte man Eisenbahntunnels nur bauen, wenn es absolut unvermeidlich ist, denn sie sind grundsätzlich – und besonders beim kostensparend geplanten S21-Tunnel – Todesfallen. (S-Bahn-Tunnels sind viel ungefährlicher, weil deren Loks nicht diese Mengen an Transformatorenöl beinhalten, die bei ICEs üblich sind, und deshalb nicht annähernd so leicht und so heiß brennen.)

    • Wolfgang Schiegg

      Mit dem Begriff „Todesfallen“ verbindet der durchschnittliche Leser zunächst diffuse Vorstellungen. Danke für diesen Beitrag. Er ist wichtig, weil er noch einmal auf die unzureichende Anzahl der Rettungsstollen hinweist sowie das reale Gefährdungspotential, dem die Zugreisenden im Brandfall in den geplanten Tunnels ausgesetzt sind, schildert, und zwar so anschaulich, dass man sich das nun konkret vorstellen kann. Darauf zu setzen, dass der Brandfall niemals eintreten wird, ist ein unverantwortliches „Spiel mit dem Feuer“. Die Richtigkeit von Murphys Gesetz, nach dem irgendwann passieren wird, was passieren kann, wurde leider vielfach bestätigt.

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